Pflegia-Analyse: Woher internationale Pflegefachkräfte in Deutschland kommen

Veröffentlicht am 22.01.2026

Flugzeug hebt auf Landebahn ab.

Internationale Pflegekräfte sichern die pflegerische Versorgung in Deutschland. Bildquelle: canva.com

Anna Liebig

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Pflege funktioniert nur mit Menschen und viele von ihnen kommen längst nicht mehr aus Deutschland. Internationale Fachkräfte schließen Lücken, halten Stationen am Laufen und sichern Versorgung im Alltag. Doch aktuelle politische Debatten über verschärfte Abschiebungen setzen genau diese tragende Säule unter Druck. Eine aktuelle Pflegia-Analyse zeigt, dass viele Pflegekräfte aus Syrien oder Afghanistan stammen und somit dem deutschen Pflegemarkt verloren gehen könnten.

Syrien, Ukraine, Türkei und Afghanistan führen Herkunftsranking an

Die meisten internationalen Pflegekräfte stammen mit 2.589 Bewerber:innen aus Syrien, was einem Anteil von 12,28  Prozent aller erhobenen Datensätze entspricht. An zweiter Stelle folgt die Ukraine mit 1.789 Stellensuchenden (8,49  Prozent), gefolgt von der Türkei auf Platz 3 mit 1.391 (6,6  Prozent). Auf den weiteren Rängen liegen Afghanistan (1.268 Bewerber:innen), Indien (816), Polen (759), Rumänien (757), Marokko (702), der Irak (679) und der Iran (644). “Die Analyse zeigt, dass es viele Fachkräfte aus Krisenregionen gibt, die aktiv nach neuen Stellen suchen und dem Fachkräftemangel so entgegenwirken”, stellt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal fest.

Sehr gutes Sprachniveau von Fachkräften aus Österreich, Portugal und Italien

Entscheidend für den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt ist neben der fachlichen Qualifikation die Sprachkompetenz. Laut der aktuellen Erhebung geben 9,25 Prozent der Bewerber:innen an, über ein hohes Sprachniveau in Deutsch zu verfügen. 44,3 Prozent schätzen ihre Deutschkenntnisse als mittel, 43,92 Prozent als niedrig ein. Lediglich 2,53 Prozent geben an, kein Deutsch zu sprechen. Der Anteil an Arbeitssuchenden mit hohen Deutschkenntnissen liegt bei Personen aus Österreich erwartungsgemäß bei 100 Prozent. An zweiter Stelle folgt Portugal mit 48,1 Prozent, gefolgt von Italien mit 36,5  Prozent auf Platz drei. Dahinter liegen die Türkei mit 30,7 Prozent und Griechenland mit 30,16 Prozent, jeweils bezogen auf alle Bewerber:innen aus dem jeweiligen Herkunftsland. Pflegekräfte aus Krisen- und Konfliktländern schätzen ihre Deutschkenntnisse überwiegend als mittel bis sehr gut ein: 55,44 Prozent der Bewerber:innen aus Afghanistan und 48,82 Prozent aus Syrien erreichen ein durchschnittliches bis überdurchschnittliches Sprachniveau.

„Bei einer möglichen Erleichterung von Abschiebungen könnte das deutsche Pflegesystem spürbar belastet werden“, warnt Felix Westphal. „Unsere Daten zeigen klar: Diese Menschen wollen arbeiten, bringen die nötige Qualifikation mit und sprechen mehrheitlich bereits gut Deutsch. Wer sie verliert, gefährdet, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um Pflegekräfte den Anschluss verliert. Angesichts des demografischen Wandels in Deutschland hätte das langfristig schwere Folgen.“

Über die Untersuchung

Die Datengrundlage der Auswertung bilden die anonymisierten Profile von 21.287 internationalen Bewerber:innen aus dem Pflegebereich, die sich von November 2024 bis November 2025 beim Jobportal Pflegia neu registriert haben. Analysiert wurden unter anderem die Herkunftsländer und selbst eingeschätzte Deutschkenntnisse. Berücksichtigt wurden ausschließlich Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

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