Pflege-Analyse: Elterndienste vor allem von Frauen gefragt

Veröffentlicht am 08.05.2026

Mutter streichelt Kind über den Kopf und hat ihr Baby auf dem Schoß.

Weibliche Pflegekräfte suchen häufiger nach einem Elterndienst als Männer. Bildquelle: canva.com

Anna Liebig

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Elterndienste sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Pflege verbessern, doch wie verbreitet sind sie tatsächlich? Eine aktuelle Analyse der Jobplattform Pflegia zeigt, welche Geschlechter diese Arbeitszeitmodelle besonders häufig nachfragen und in welchen Bundesländern das Angebot am stärksten ausgeprägt ist. Zudem wird deutlich, in welchen Einrichtungstypen Elterndienste besonders häufig angeboten werden und wo es noch Nachholbedarf gibt.

Sogenannte Elterndienste, früher oft als „Muttidienste“ bezeichnet, sind Arbeitszeitmodelle in der Pflege, die sich gezielt an den Betreuungszeiten von Kindern orientieren. Doch wer nutzt diese Modelle tatsächlich und wie verbreitet sind die entsprechenden Angebote auf der Arbeitgeberseite? Die Jobplattform Pflegia (www.pflegia.de) hat untersucht, in welchen Bundesländern Einrichtungen entsprechende Modelle vermehrt anbieten und wie stark die Elterndienste von Bewerber:innen nachgefragt werden. Demnach wünschen sich über 13 Prozent der weiblichen Jobsuchenden einen Elterndienst, bei den Männern sind es knapp drei Prozent. Einrichtungen in Baden-Württemberg kommen dem Wunsch eines Elterndienstmodells am häufigsten nach.

Nur sechs Prozent der Männer wünschen sich einen Elterndienst

Trotz eines steigenden Männeranteils bleibt die Pflege klar weiblich dominiert. Eine Auswertung von 35.745 Jobprofilen durch die Jobplattform Pflegia zeigt, dass knapp 79 Prozent der Bewerber:innen weiblich sind, nur 21 Prozent männlich. Auch in der Kinderbetreuung ist vermehrt zu beobachten, dass mehr Männer Verantwortung übernehmen. Doch spiegelt sich diese Entwicklung auch in der Nachfrage nach Elterndiensten wider? Lediglich 219 männliche Pflegekräfte wünschen sich explizit einen Elterndienst, was einem Prozentsatz von fast 6 Prozent entspricht. Demgegenüber stehen 3.688 weibliche Pflegekräfte, die mit 94 Prozent den überwiegenden Teil der Nachfrage ausmachen. 

Über ein Drittel der Arbeitgeber bieten Elterndienste an

Ein Blick auf das Angebot der Einrichtungen zeigt, dass etwas über 31 Prozent der Arbeitgeber Elterndienste anbieten. Überdurchschnittlich verbreitet sind entsprechende Modelle in Nordrhein-Westfalen, wo 37 Prozent der Einrichtungen Elterndienste anbieten, sowie in Bremen mit fast 36 Prozent und in Bayern mit 34 Prozent. Am seltensten sind sie in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland mit jeweils 26 Prozent verbreitet.

Physiotherapie am familienfreundlichsten

Zwischen den verschiedenen Einrichtungstypen zeigen sich ebenfalls Unterschiede beim Angebot von Elterndiensten. Besonders verbreitet sind sie in der Physiotherapie, wo fast 94 Prozent der Einrichtungen entsprechende Modelle anbieten. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Rehabilitationskliniken mit gut 44 Prozent und Krankenhäuser mit rund 42 Prozent. Am seltensten sind familienfreundliche Wunschdienste hingegen in der ambulanten Intensivpflege und in der Zeitarbeit mit jeweils rund 15 Prozent sowie auf Intensivstationen mit fast 17 Prozent verbreitet.

„Die Auswertung zeigt deutlich, dass der Bedarf an Elterndiensten in der Pflege weiterhin stark von Frauen ausgeht. Während nur knapp sechs Prozent der männlichen Pflegekräfte gezielt nach solchen Arbeitsmodellen suchen, liegt der Anteil bei Frauen deutlich höher”, betont Felix Westphal, Geschäftsführer bei Pflegia. „Mehr als ein Drittel der Einrichtungen bietet bereits entsprechende Modelle an, allerdings zeigen sich je nach Versorgungsbereich deutliche Unterschiede. So sind Elterndienste in der Physiotherapie aufgrund planbarer Arbeitszeiten und geringerer Schichtbindung vergleichsweise leicht umzusetzen, wohingegen sie in Bereichen wie der Intensivpflege deutlich häufiger an strukturelle Grenzen stoßen. Dies kann an der Rund-um-die-Uhr-Versorgung und der hohen Personalbindung liegen.“

Über die Untersuchung

Die Datengrundlage der Auswertung bilden die anonymisierten Profile von 35.745 Bewerber:innen, die sich zwischen dem 15.04.2025 und dem 15.04.2026 beim Jobportal Pflegia registriert haben. Die Daten zum Elterndienst-Angebot basieren auf 3.369 Arbeitgebern, die ebenfalls auf der Plattform registriert sind.

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