Pflegia-Analyse: Internationale Pflegekräfte prägen den Arbeitsmarkt – jede dritte Pflegekraft ohne deutschen Pass

Veröffentlicht am 15.10.2025

Pflegekraft erledigt Büroarbeit im Krankenhaus.

Ein Drittel (33,2 %) der registrierten Pflegekräfte auf Pflegia.de hat keinen deutschen Pass. Bildquelle: canva.com

Anna Liebig

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Die Pflege in Deutschland wird immer internationaler – insbesondere dort, wo Fachkräfte aktiv nach neuen Stellen suchen. Eine aktuelle Pflegia-Analyse von über 101.000 Jobsuchenden zeigt: Ein Drittel (33,2 %) der registrierten Pflegekräfte hat keinen deutschen Pass. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Trend bei Berufseinsteiger:innen ohne Erfahrung: Mehr als jede zweite neue Pflegekraft (53,3 %) kommt aus dem Ausland.

„Unsere Daten spiegeln nicht den Gesamtmarkt, sondern vor allem die Pflegekräfte wider, die aktiv auf Jobsuche sind“, erklärt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal und sagt: „Gerade hier zeigt sich, dass internationale Pflegekräfte eine Schlüsselrolle beim Nachwuchs spielen, ohne sie wäre die Fachkräftesicherung kaum denkbar.“

Internationale Fachkräfte stärken Vielfalt

Die Analyse zeigt Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 39,1 % der männlichen Pflegekräfte haben keinen deutschen Pass, bei den Frauen sind es 21,9 %. Internationale Fachkräfte erhöhen damit die Vielfalt in der Pflege – sowohl in Bezug auf kulturelle Hintergründe als auch in der Geschlechterverteilung in einem traditionell weiblich dominierten Berufsfeld.

Ungenutztes Potenzial: Internationale Pflegekräfte oft nur als Hilfskräfte eingesetzt

Je operativer die Tätigkeit, desto höher der Anteil internationaler Fachkräfte: 36,6 % der Pflegehilfskräfte haben keinen deutschen Pass, bei Pflegefachkräften liegt der Anteil bei 27,1 %. In Führungspositionen dagegen dominieren weiterhin Pflegekräfte mit deutscher Staatsbürgerschaft – nur 7 % der Einrichtungsleitungen und 9,6 % der Pflegedienstleitungen kommen aus dem Ausland.

„Viele internationale Pflegekräfte starten als Hilfskräfte, obwohl sie aus ihren Herkunftsländern oft Erfahrung und Qualifikationen mitbringen“, so Westphal. Er erklärt: „Häufig liegt das an langwierigen Anerkennungsverfahren und fehlenden Unterstützungsstrukturen. Gerade darin liegt aber auch eine Chance. Mit gezielter Integration, beschleunigten Anerkennungen und Weiterbildungen können Einrichtungen nicht nur zusätzliche Fachkräfte gewinnen, sondern internationalen Kolleg:innen auch echte Aufstiegs- und Zukunftsperspektiven eröffnen.“

Nachwuchs-Trend: Zukunft der Pflege ist international

Besonders deutlich wird der Trend in den jüngeren Generationen: Bei Berufseinsteiger:innen ohne Erfahrung ist die Mehrheit international (53,3 %). Mit zunehmender Berufserfahrung sinkt der Anteil: Bei mittleren Jahrgängen (3–10 Jahre Erfahrung) liegt er noch bei 23,1 %, bei über 10 Jahren nur noch bei 11,9 %.

„Die Pflege von morgen wird international geprägt sein – das zeigen unsere Daten klar“, betont Westphal und erklärt: „Umso wichtiger ist es, diese Pflegekräfte von Anfang an gut zu integrieren und langfristige Entwicklungsperspektiven zu schaffen.

Über die Datenanalyse

Für diese Analyse wurden anonymisierte Daten von 101.482 aktiven Pflegekräften ausgewertet, die sich zwischen dem 20. September 2024 und dem 20. September 2025 auf der Plattform Pflegia eingeloggt oder registriert haben. Die Stichprobe umfasst elf Berufsgruppen: Altenpflegefachkraft, Einrichtungsleitung, Hebamme, Hygienefachkraft, Kinderkrankenpfleger:in, Pflegedienstleitung, Pflegedirektion, Pflegefachkraft, Pflegehilfskraft, Stationsleitung und Wohnbereichsleitung. Die Berufserfahrung ist unterteilt in: keine Erfahrung (0 Jahre), Einsteiger (1-2 Jahre), mittlere Erfahrung (3-10 Jahre) und erfahrene Kräfte (über 10 Jahre).

Pressekontakt: sabrina.schroeder@pflegia.de

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