Pflegeverbände in Deutschland - der große Überblick
Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein Pflegeverband vertritt Pflegefachkräfte auf der politischen Bühne. Bildquelle: Canva.com
Als Pflegekraft in der ambulanten oder stationären Pflege kannst du einem Pflegeverband beitreten. Die Verbände bieten zum Beispiel Beratungen, Versicherungen und Fortbildungen an, setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Politik und Medien. Lohnt sich eine Mitgliedschaft für dich? Und welche Verbände gibt es überhaupt?
Auf den Punkt gebracht
- Berufsverbände vertreten und beraten einzelne Pflegekräfte, Arbeitgeberverbände vertreten und unterstützen Einrichtungen.
- Manche Verbände sind offen für alle Pflegekräfte, andere nehmen nur Angestellte bestimmter Arbeitgeber auf oder sind spezialisiert auf bestimmte Fachrichtungen.
- Zu den größten Pflegeverbänden für Einzelmitglieder zählen der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz mit jeweils mehr als 20.000 Mitgliedern.
- Im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) haben sich etwa 14.000 Anbieter zusammengeschlossen.
- Ein Dachverband ist ein Zusammenschluss von mehreren Verbänden, dazu gehört etwa der Deutsche Pflegerat.
- Nicht zu den Pflegeverbänden gehören die Pflegekammern. Sie übernehmen staatlich übertragene Aufgaben.
Was macht ein Pflegeverband?
Stell dir vor, dein Arbeitgeber möchte ein neues Tool zur digitalen Pflegedokumentation einführen. Es heißt, dass du dadurch weniger Zeit für die Doku benötigst und wieder mehr Zeit für die eigentliche Arbeit haben wirst. Doch du musst erstmal durchblicken, wie genau das Tool funktioniert.
Die kurze Einführung reicht dir nicht – du hättest gerne eine Fortbildung, zum Beispiel einen Tag lang, damit du in Ruhe verstehen und ausprobieren kannst, welche Funktionen es gibt und wie du sie am besten im Alltag nutzen kannst. Solche Fortbildungen bietet zum Beispiel ein Pflegeverband an. Und er setzt sich bei Bedarf auch dafür ein, dass dein Arbeitgeber dich für einen Tag freistellt, damit du sie mitmachen kannst.
Fortbildungen sind aber nur eine von mehreren Aufgaben eines Pflegeverbands. Typischerweise engagieren sich die Verbände außerdem in folgenden Bereichen:
- rechtliche und ethische Beratungen
- Haftpflicht- und weitere Versicherungen
- Organisation von Fachveranstaltungen
- Kontakte zu und Austausch mit anderen Pflegekräften
- bessere Arbeitsbedingungen, insbesondere auf gesetzlicher Ebene
- Unterstützung junger Pflegekräfte und Verbesserung von Ausbildungen
- Teilweise: Vergünstigungen für Fortbildungen, Magazine, Dienstleistungen und Produkte
Das gilt für alle Fachverbände, in denen du als Einzelperson Mitglied werden kannst. Manche von ihnen haben zusätzlich spezifische Ausrichtungen oder sind nur für bestimmte Berufsgruppen offen. In der Regel sind die Verbände regional organisiert, sodass es an möglichst vielen Orten direkte Ansprechpersonen gibt.

Anna Liebig
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Die beliebtesten Pflegeverbände
Mehr als 100.000 Pflegekräfte in Deutschland sind Mitglied in einem Pflegeverband. Zu den größten dieser Verbände zählen:
- Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) mit mehr als 27.000 Mitgliedern. Fast 18.000 von ihnen haben im Jahr 2025 an Bildungsangeboten des Verbands teilgenommen.
- Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz mit etwa 22.000 Mitgliedern, die in unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten. Der Verband setzt sich insbesondere vor Ort und auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege ein.
- Deutscher Pflegeverband (DPV) mit mehr als 5000 Mitgliedern. Neben Aus-, Fort- und Weiterbildungen strebt der Verband eine Selbstverwaltung der Pflege in allen Bundesländern an.
Ein großer Verband mit anderem Fokus ist der Deutsche Hebammenverband mit mehr als 20.000 Mitgliedern. Weitere Verbände sind kleiner und setzen individuelle Schwerpunkte, etwa die Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP), der Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) oder der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS).
Wenn du dich für eine Mitgliedschaft interessierst, kannst du dich auf den Webseiten der einzelnen Verbände informieren, was genau sie für Vorteile bieten und was eine Mitgliedschaft kostet. In der Regel sind die Preise nach Einkommen gestaffelt, damit sich möglichst jede:r die Mitgliedschaft leisten kann. Beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe liegen die monatlichen Preise beispielsweise zwischen 7 und 37 Euro.
Details über den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe kannst du auch bei uns im Magazin im Artikel „Was macht der DBfK für Pflegende“ nachlesen.
Was sind Dachverbände?
Einzelne Verbände schließen sich oft zu einem Dachverband zusammen, damit sie auf politischer Ebene mehr Einfluss haben. Der wichtigste ist der Deutsche Pflegerat (DPR). Mittlerweile 19 Mitglieds- und drei Förderverbände setzen sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege und im Hebammenwesen ein – und zwar auf Landes- und Bundesebene sowie innerhalb der Europäischen Union. Die genauen Aufgaben und Ziele kannst du auf der Webseite des Deutschen Pflegerats nachlesen.
Ein weiterer wichtiger Dachverband ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), in der sechs große, deutsche Wohlfahrtsverbände vertreten sind: AWO, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, der Paritätische und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden. Allein bei diesen Verbänden sind etwa zwei Millionen hauptamtliche Mitarbeiter:innen beschäftigt, etwa ein Drittel davon im Bereich der Alten- und Eingliederungshilfe.
Unternehmerverbände, einfach erklärt
Neben Berufsverbänden für Einzelpersonen gibt es auch Verbände, in denen sich Anbieter, zum Beispiel Pflegedienstleister, zusammenschließen und meist auf Bundesebene für eine bessere Finanzierung der Pflege einsetzen. Auch solche Anbieterverbände organisieren Beratungen und Fortbildungen für ihre Mitglieder. Außerdem bieten sie den Dienstleistern Unterstützung im Alltagsgeschäft, etwa bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben, beim Aufbau von Qualitätsmanagement oder bei Verhandlungen mit Kostenträgern.
Mit mehr als 14.000 Mitgliedseinrichtungen gilt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) als größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Mitglieder sind neben Pflegediensten und stationären Pflege-Einrichtungen auch Anbieter für Eingliederungshilfe und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft.
Deutlich kleiner sind der Arbeitgeber- und Berufsverband Privater Pflege (ABVP), der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) und der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad). Sie setzen sich vor allem für die Stärkung privater Träger in der Pflegebranche ein.
Was sind Pflegekammern?
Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Pflegeverbänden und Pflegekammern. In einen Verband kannst du freiwillig eintreten, wenn du die Vorteile davon nutzen möchtest. Eine Pflegekammer hingegen ist die berufsständische Vertretung der professionell Pflegenden in einem Bundesland, eine sogenannte Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie hat den staatlichen Auftrag, sich für die beruflichen Interessen ihrer Mitglieder einzusetzen.
In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gilt eine Pflichtmitgliedschaft für die jeweilige Landespflegekammer. Jede Pflegekraft, die im Bundesland lebt oder arbeitet, muss also der entsprechenden Pflegekammer beitreten. Der Mitgliedsbeitrag ist sehr gering und kann von der Steuer abgesetzt werden.
Details dazu erfährst du auf den Webseiten der Pflegekammern Rheinland-Pfalz und NRW.
Fazit
Pflegeverbände bieten dir als Mitglied konkrete Unterstützung sowie Bildungsmöglichkeiten für den Berufsalltag und setzen sich außerdem für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege bei politischen Entscheidungsträger:innen ein. Als Einzelperson kannst du freiwillig einem Pflegeverband beitreten, etwa dem allgemein zugänglichen Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, oder kleineren Spezialverbänden, etwa dem Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland.
Zusätzlich gibt es Unternehmerverbände, in denen ausschließlich Dienste Mitglied werden können, sowie Dachverbände, in denen sich mehrere Pflegeverbände zusammenschließen, um politisch mehr Gewicht zu haben. Nicht zu verwechseln sind Pflegeverbände mit Pflegekammern. Letzteren musst du in manchen Bundesländern verpflichtend beitreten. Sie engagieren sich laut staatlichem Auftrag für bessere Rahmenbedingungen in der Pflegebranche.
Was machen Pflegeverbände?
Pflegeverbände sind Interessenvertretungen, denen Pflegekräfte freiwillig beitreten können. Die Verbände setzen sich auf politischer Ebene für bessere Arbeitsbedingungen ein und leisten konkrete Unterstützung für den Arbeitsalltag, etwa durch Fortbildungen, Beratungen und Netzwerke. Bei einigen Verbänden ist es auch möglich, Haftpflichtversicherungen abzuschließen.
Welcher ist der beliebteste Pflegeverband in Deutschland?
Die meisten Mitglieder hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, kurz DBfK. Mitglied werden können professionell Pflegende, Auszubildende, Studierende sowie Personen aus angrenzenden Bereichen.
Lohnt sich die Mitgliedschaft in einem Pflegeverband?
Eine Mitgliedschaft bietet viele Vorteile, die in der Regel finanziell erschwinglich sind, weil der Beitrag vom Gehalt abhängt. Auch schon für Auszubildende kann sich eine Mitgliedschaft lohnen, da sie dadurch früh Einblicke in berufspolitische Themen erhalten und von günstigen Beiträgen und Kontakten in professionelle Netzwerke profitieren.
Quellen
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.dbfk.de
Deutscher Pflegerat (DPR). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://deutscher-pflegerat.de
Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz. Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.rotkreuzschwestern.de/
Deutscher Pflegeverband (DPV). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.dpv-online.de
Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://dfpp.de/
Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://bekd.de/
Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://blgsev.de/
Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.bagfw.de/
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.bpa.de/
Arbeitgeber- und Berufsverband Privater Pflege (ABVP). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://abvp.de/
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad). Zuletzt abgerufen am 22.04.2026 von https://www.bad-ev.de/










