Weltnichtrauchertag 2026: Bedeutung, Impulse und deine Chance

Veröffentlicht am 31.05.2026

Eine zerdrückte Zigarette liegt auf einer rauen Oberfläche

Unter Pflegekräften befinden sich besonders viele Raucher:innen. Bildquelle: Canva.com

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Der Aktionstag wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiiert und findet seit 1987 jedes Jahr am 31. Mai statt. In Deutschland koordinieren das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR) und die Deutsche Krebshilfe die Aktivitäten rund um den Tag. Wir geben dir Impulse, wie du dich als Pflegefachkraft einbringen kannst.

Motto Weltnichtrauchertag 2026: „Den Reiz entlarven" 

Der Weltnichtrauchertag 2026 steht unter dem Leitmotiv „Den Reiz entlarven – Nikotin- und Tabaksucht entgegenwirken“. Dabei geht es nicht mehr allein um die Aufklärung über Gesundheitsrisiken.  

Die WHO fragt diesmal grundsätzlicher: Warum greift man überhaupt zur Zigarette, obwohl man längst weiß, was sie anrichtet? Im Fokus steht, wie die Tabak- und Nikotinindustrie ihre Produkte gezielt attraktiv gestaltet, um neue Zielgruppen zu erschließen, dazu gehören vor allem junge Menschen.

Zahlen rund um das Thema Rauchen und Pflege 

In Deutschland sterben jährlich über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Weltweit sind es laut WHO mehr als 8 Millionen Todesfälle pro Jahr. Was das mit Pflege zu tun hat? Eine ganze Menge. 

Rauchen in der Pflege: Pflegekräfte rauchen besonders oft 

Während der bundesweite Raucheranteil in der Gesamtbevölkerung bei etwa 23 Prozent liegt, raucht laut einer Studie von „Psyma Health & Care" (2019) beinahe jede dritte Pflegekraft und sogar jede:r zweite Auszubildende im Pflegebereich. Frühe Untersuchungen wiesen darauf hin, dass in der Altenpflege der Anteil an Raucher:innen bei 41 Prozent, unter Pflegehilfskräften bei 42 Prozent liegt.  

Mehr als ein Viertel der befragten Pflegekräfte nennt Stressabbau als Hauptmotiv, rund ein Drittel schätzt die Raucherpause als sozialen Moment mit Kolleg:innen. Über die Hälfte der Rauchenden in Pflegeberufen sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Belastungen des Berufs und dem eigenen Rauchverhalten. Das zeigt auch eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025. 

Rauchen in der Pflege-diese Folgen siehst du im Alltag 

Rauchen ist nicht nur eine Frage der persönlichen Gesundheit, die schlechte Angewohnheit oder vielmehr die Sucht hat handfeste Auswirkungen auf den Pflegealltag. Das gilt für Pflegekräfte selbst genauso wie für die Patient:innen/Bewohner:innen. 

Rauchen erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen 

Rauchen schädigt die Lunge und nahezu den gesamten Körper. Besonders häufig stehen Krankheiten wie COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs im Zusammenhang mit langjährigem Nikotinkonsum. Auch das Risiko für Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen und Diabetes-Komplikationen steigt deutlich. 

Für Pflegekräfte bedeutet das:
 Wer raucht, verliert oft gesunde Lebensjahre und gerät im Alter häufig (krankheitsbedingt) schneller an seine körperlichen Grenzen. Pflegebedürftige brauchen dann unter Umständen mehr Unterstützung.

Anna Liebig

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Wundheilung bei Pflegebedürftigen 

Der Konsum von Tabak verringert die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr in der Wunde, erhöht das Infektionsrisiko und verlangsamt den gesamten Heilungsprozess. Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der rauchenden Patient:innen nach Operationen Wundheilungsstörungen entwickeln, der Anteil bei Nichtrauchenden liegt etwa bei 10 Prozent.  

Für Pflegekräfte bedeutet das:
 Wer rauchende Bewohner:innen/Patien:innen betreut, sollte das in der Pflegeplanung berücksichtigen und aktiv ansprechen.

Medikamentenwirkungen können sich verändern 

Rauchen wirkt sich auf den Abbau bestimmter Wirkstoffe in der Leber aus. Hört jemand mit dem Rauchen auf, kann sich deshalb die Wirksamkeit von Medikamenten verschieben, bei manchen Asthmasprays etwa ist in der Entwöhnungsphase eine höhere Dosierung nötig.  

Für Pflegekräfte bedeutet das:
 Rauchstopps bei Patient:innen/Bewohner:innen immer mit dem Ärzteteam abstimmen. 

Rauchen als Ursache von Pflegebedürftigkeit 

Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall und damit für Pflegebedürftigkeit. Laut dem aktuellen Tabakatlas 2025 des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Deutschen Krebshilfe starben allein 2023 in Deutschland rund 131.000 Menschen an tabakbedingten Erkrankungen. Wer einen Schlaganfall überlebt, trägt ein 4,5-fach erhöhtes Risiko, dauerhaft auf Pflege angewiesen zu sein.  

Für Pflegekräfte bedeutet das:
 Rauchen ist damit nicht nur ein individuelles Gesundheitsthema, sondern ein wesentlicher Treiber der Pflegebedürftigkeit. 

Rauchen erschwert die Rehabilitation 

Rauchen wirkt sich auf das Erkrankungsrisiko aus, aber ebenso auf den Genesungsverlauf. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Rauchende nach einem Schlaganfall ein 29 Prozent höheres Risiko haben, Einschränkungen in ihren Rehabilitationsmöglichkeiten zu erleben.  

Für Pflegekräfte bedeutet das:
Rauchende Patient:innen brauchen oft intensivere und länger andauernde Unterstützung beim Wiedererlangen ihrer Alltagsfähigkeiten. 

Weltnichtrauchertag 2026: Passivrauchen

Nicht nur Raucher selbst sind betroffen. Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich, besonders für ältere Menschen, Kinder oder Personen mit Vorerkrankungen. In Haushalten mit pflegebedürftigen Angehörigen ist rauchfreie Luft deshalb ein wichtiges Thema. 

Pflegende Angehörige stehen hier oft vor einem Spagat: Einerseits möchten sie die Gewohnheiten der Pflegebedürftigen respektieren, andererseits die Gesundheit aller Beteiligten schützen. Klare Regeln und feste Raucherbereiche sind dann besonders wichtig.  

Ist ein Rauchstopp auch im Alter noch sinnvoll? 

Viele Menschen glauben, dass ein Rauchstopp im höheren Alter kaum noch Vorteile bringt. Tatsächlich profitiert der Körper in jedem Lebensalter davon. Schon nach kurzer Zeit verbessern sich Kreislauf und Sauerstoffversorgung. Langfristig sinkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Atemwegserkrankungen. 

Auch kleine Schritte können hilfreich sein. Manche Menschen reduzieren zunächst ihren Konsum, andere nutzen Nikotinersatzprodukte oder professionelle Beratung. Wichtig ist vor allem eine Unterstützung und kein künstlicher Druck. Gerade ältere Menschen rauchen oft seit Jahrzehnten, ein Rauchstopp ist deshalb nicht nur körperlich, sondern auch emotional eine große Umstellung. 

Wie Pflegekräfte und Angehörige unterstützen  

Pflegende können Betroffene motivieren, eine Bevormundung ist nicht angebracht. Wie wäre es, wenn du offene Gespräche zu dem Thema anbietest und dabei hilfst, realistische Ziele zu setzten? Rücke am besten die gesundheitlichen Vorteile und mehr Lebensqualität durch den Rauchstopp in den Vordergrund. Ganz wichtig: Habe Verständnis für Rückschläge. 

Das könntest du Pflegebedürftigen anbieten: 

  • Vorschläge für feste rauchfreie Zeiten im Alltag  
  • Informationen zu Entwöhnungsangeboten  
  • gemeinsame kleine Bewegungs- oder Atemübungen  
  • Alternative Ideen für stressige Situationen  
  • Lob für Fortschritte   
Gut zu wissen!
 Der Weltnichtrauchertag 2026 ruft Menschen in Erinnerung, dass Prävention und Gesundheitsförderung auch in der Pflege wichtig sind. Jeder Schritt weg vom „Glimmstängel“ kann die Lebensqualität verbessern und zwar unabhängig vom Alter oder der bisherigen Rauchdauer. 

Weltnichtrauchertag: Ideen für Station und Freizeit 

Der Weltnichtrauchertag am 31. Mai bietet Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, das Thema Gesundheit bewusst in den Arbeitsalltag einzubinden und gemeinsam Impulse für mehr Wohlbefinden und Prävention zu setzen. 

Kleine Mitmach-Aktionen auf Station 

Schon kleine Aktionen können Pflegenden das Bewusstsein für das „Nichtrauchen“ näherbringen. Möglich sind zum Beispiel Infoplakate im Pausenraum, ein gemeinsames gesundes Frühstück oder eine „rauchfreie Pause“ mit Kaffee, Obst und frischer Luft. Eine nette zusätzliche Idee für die Pause: Kurze Quizfragen oder Faktenkarten rund um Rauchen und Gesundheit. 

Atemwegsgesundheit in den Fokus rücken 

Viele Pflegekräfte erleben täglich, welche Folgen das Rauchens haben kann. Der Aktionstag eignet sich deshalb gut, um Themen wie COPD, Sauerstoffversorgung oder Wundheilung noch einmal bewusst anzusprechen. Denkbar sind kleine Teamfortbildungen, Infoblätter oder kurze Übergabe-Inputs mit praktischen Tipps für die Pflege. 

Rauchfreie Pausen attraktiver machen 

In stressigen Schichten greifen viele Pflegekräfte aus Gewohnheit zur Zigarette, vielleicht geht es auch dir so. Alternative Pausenangebote können helfen, neue Routinen zu schaffen. Beliebt sind zum Beispiel kurze Spaziergänge, gemeinsame Kaffeepausen draußen, kleine Stretching-Einheiten oder Snack-Ecken mit gesunden Alternativen. 

Motivation statt erhobener Zeigefinger 

Der Weltnichtrauchertag 2026 sollte nicht belehrend wirken. Viele Menschen wissen bereits um die Risiken des Rauchens. Besser funktionieren Aktionen, die motivieren und Unterstützung anbieten. Wertschätzende Gespräche und kleine Challenges im Team kommen oft besser an als Verbote oder Druck. 

Ideen für soziale Medien oder interne Kommunikation 

Pflegeeinrichtungen können den Aktionstag auch nutzen, um die Gesundheitsförderung sichtbar zu machen. Möglich sind: 

  • kurze Statements von Mitarbeitenden  
  • Fakten zum Rauchstopp  
  • Tipps für stressfreie Pausen  
  • kleine Mitmach-Challenges  
  • Erfahrungsberichte ehemaliger Raucher  

Freizeit-Ideen für Pflegekräfte 

Gerade nach belastenden Diensten suchen viele Menschen einen Ausgleich. Statt der klassischen Zigarette nach dem Feierabend können dir andere Rituale helfen, Stress abzubauen. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Spaziergänge oder Nordic Walking  
  • Yoga oder Atemübungen  
  • kreative Hobbys  
  • Sportkurse  
  • gemeinsames Kochen  
  • Hörbücher oder Podcasts zum Abschalten  

Gemeinsam statt alleine 

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, profitiert oft von Unterstützung im Umfeld. Kollegiale Motivation, gemeinsame Ziele oder kleine Challenges können helfen, dranzubleiben. Auch Nichtraucher profitieren letztlich von einer gesünderen Arbeitsumgebung und weniger Passivrauch im Alltag.  

Fazit zum Weltnichtrauchertag 

Rauchen beeinflusst die Gesundheit der Patient:innen, verlängert Heilungsprozesse und erhöht das Risiko für Komplikationen. Gleichzeitig ist der Tabakkonsum für viele Pflegekräfte ein fester Bestandteil von Pausen und Stressbewältigung im Arbeitsalltag. 

Der Weltnichtrauchertag bietet einen Aufhänger, um sich näher mit Themen rund das Rauchen zu beschäftigen: mit Belastungen im Beruf, Gewohnheiten im Team und Möglichkeiten, gesünder zu leben. Wichtig ist hier, nicht mit einem erhobenen Zeigefinger voranzugehen, sondern praktikable Ansätze zu liefern, die im Stationsalltag funktionieren und von den Mitarbeitenden mitgetragen werden. 

Häufige Fragen zum Weltnichtrauchertag 2026 

Wann findet der Weltnichtrauchertag 2026 statt?

Der Weltnichtrauchertag wird jedes Jahr am 31. Mai gefeiert, und zwar immer unter einem anderen Motto. Das große Ziel ist, weltweit auf die gesundheitlichen Folgen des Rauchens aufmerksam zu machen und Prävention stärker in den Fokus zu rücken. 

Was ist das Motto des Weltnichtrauchertags 2026?

Das Motto lautet übersetzt so viel wie „Den Reiz entlarven – Nikotin- und Tabaksucht entgegenwirken“. Es geht darum, wie Nikotin- und Tabakprodukte gezielt attraktiv gestaltet werden und welche Mechanismen dahinterstehen, insbesondere mit Blick auf junge Zielgruppen und Neueinsteiger.

Welche Bedeutung hat Rauchen in der Pflege?

Rauchen wirkt sich direkt auf die Versorgung aus: Die Wundheilung kann sich verzögern, Atemwegserkrankungen verschlechtern sich und Rehabilitationsprozesse dauern länger. Gleichzeitig ist Rauchen im Pflegebereich auch ein arbeitsbezogenes Thema, da Stress, Zeitdruck und emotionale Belastung das Rauchverhalten beeinflussen können. 

Medizinische und rechtliche Hinweise: 

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Quellen

Von Büdingen, H. J. „Studie: Rauchen beeinflusst die Genesung nach einem Schlaganfall." Deutsche Schlaganfallbegleitung (DSB) gGmbH; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://schlaganfallbegleitung.de/news/schlaganfall-genesung-rauchen

Deutsches Krebsforschungszentrum. „Weltnichtrauchertag." DKFZ; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://www.dkfz.de/forschung/translationale-zentren/ncpc/stabsstelle-krebspraevention/weltnichtrauchertag

Bundesbeauftragter für Sucht- und Drogenfragen. „Bundesinitiative Rauchfrei leben geht an den Start." Berlin: bundesdrogenbeauftragter.de; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/bundesinitiative-rauchfrei-leben-geht-an-den-start/

Health&Care Management: „Spielen Pflegekräfte mit ihrer Gesundheit?"; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://www.hcm-magazin.de/wirtschaften/2015/spielen-pflegekraefte-mit-ihrer-gesundheit.html

Schätz, C. „Status Quo des Rauchverhaltens in der Pflege." Psyma Health & Care; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://newsroom.psyma.com/de/themen/pflegemarktforschung/rauchen-in-der-pflege/

Wundnetz Kiel. „Medikamente und andere Stoffe, die die Wundheilung verlangsamen." Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://wundnetz-kiel.de/medikamente-und-andere-stoffe-die-die-wundheilung-verlangsamen/

WHO. „World No Tobacco Day 2026." Knowledge Action Portal; Abgerufen am 14. Mai 2026 von https://www.knowledge-action-portal.com/en/content/world-no-tobacco-day-2026

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