Hebamme: Studium und Beruf

Veröffentlicht am 08.04.2025

Hebamme hält Baby in den Händen
AusbildungstypStudium
Ausbildungsdauer3 - 4 Jahre
VorraussetzungAbitur

Der Beruf Hebamme ist für viele ein Traumjob. Es ist eine Tätigkeit voller Sinnhaftigkeit, Menschlichkeit und Verantwortung. Hebammen begleiten Menschen in einer der intensivsten Phasen ihres Lebens – vor, während und nach der Geburt. Sie sind Stützen, Berater:innen und medizinische Fachkräfte zugleich. 

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Doch was macht man als Hebamme eigentlich genau? Welche Aufgaben gehören dazu, welche Stärken sind gefragt und was erwartet einen im Hebammenstudium? In diesem Artikel bekommst du einen umfassenden Überblick, der dir bei der Entscheidung helfen kann, ob dieser Beruf der richtige für dich ist. 

Beruf als Hebamme - Was macht eine Hebamme?

Hebammen haben einen der verantwortungsvollsten und gleichzeitig schönsten Berufe, die es gibt. Ihr Alltag ist unglaublich vielfältig, denn sie begleiten Menschen auf einer der aufregendsten Reisen ihres Lebens: der Geburt eines Kindes. 

Der Beruf umfasst nicht nur die Betreuung während der Geburt, sondern auch die umfassende Begleitung davor und danach. Hebammen arbeiten mit werdenden Eltern während der Schwangerschaft, führen Vorsorgeuntersuchungen durch, beraten zu Themen wie Ernährung, Bewegung und Geburtsvorbereitung. Während der Geburt selbst sind sie oft die wichtigste Ansprechperson – sie leiten Geburten selbstständig, überwachen den Geburtsverlauf und sorgen dafür, dass Mutter und Kind sicher und geborgen sind. 

Anna Liebig

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Auch nach der Geburt endet ihre Arbeit nicht. In den Wochen danach unterstützen sie beim Stillen, beraten zur Säuglingspflege und achten darauf, dass sich Mutter und Kind gut erholen und entwickeln. Hebammen arbeiten in Kliniken, Geburtshäusern, aber auch freiberuflich bei Hausgeburten oder in der Nachsorge. 

Es ist ein Beruf, der viel Empathie, Wissen und Können erfordert – und der gleichzeitig unglaublich erfüllend sein kann. 

Welche Aufgaben hat eine Hebamme? 

Der Beruf der Hebamme ist unglaublich vielfältig und begleitet werdende Eltern in verschiedenen Lebensabschnitten: 

Abschnitt Tätigkeiten der Hebamme Detaillierte Beschreibung
Vor der Geburt (Schwangerschaft) Vorsorgeuntersuchungen Du hörst mit einem Dopton (ein kleines, tragbares Ultraschallgerät) die Herztöne des Babys ab, tastest den Bauch ab, um die Lage und Größe des Babys festzustellen, misst Blutdruck, Gewicht und analysierst Urin, um mögliche Risiken zu erkennen.
Beratung und Aufklärung Du erklärst der werdenden Mutter, welche Veränderungen auf sie zukommen, gibst Tipps zu Rückenschmerzen, Entspannungsübungen und Geburtspositionen (z. B. Liegen auf dem Rücken, Seitenlage, Sitzen, Hocken).
Pränataldiagnostik-Beratung Du besprichst mit den Eltern, welche Untersuchungen sinnvoll sind (z. B. Ultraschall) und was diese aussagen können.
Während der Geburt Geburtsbegleitung Du unterstützt die Frau während der Wehen mit Atemtechniken, Massagen und Positionswechseln. Du kontrollierst regelmäßig, wie weit der Muttermund geöffnet ist und hörst die Herztöne des Babys ab, um dessen Wohlbefinden zu überprüfen.
Schmerzlinderung Du hilfst mit natürlichen Methoden wie Massagen, Atemtechniken oder Entspannungsbädern. Die Entscheidung über Schmerzmittel wird in Absprache mit Ärzt:innen getroffen.
Notfallmaßnahmen Falls es zu Komplikationen kommt, leitest du sofortige Maßnahmen ein (z. B. Änderung der Geburtsposition, Sauerstoffgabe, Alarmierung eines Arztes).
Nachsorge direkt nach Geburt Du überprüfst, ob das Baby gesund ist, unterstützt beim ersten Stillen und stellst sicher, dass sich Mutter und Kind wohlfühlen.
Nach der Geburt (Wochenbett & Nachsorge) Stillberatung Du hilfst bei Stillproblemen, zeigst die richtige Anlegetechnik und gibst Tipps zur Pflege schmerzender Brustwarzen.
Säuglingspflege Du erklärst, wie man das Baby richtig hält, wickelt, badet und wie der Nabel gepflegt wird. Du berätst zu sicherem Schlafen und Gesundheit.
Nachsorgeuntersuchungen Du überprüfst, ob sich Mutter und Kind gut erholen: Rückbildung der Gebärmutter, Wundheilung und Gewichtszunahme des Babys werden regelmäßig kontrolliert.
Administrative Aufgaben Dokumentation Du führst Protokolle über alle Untersuchungen, Beratungen und Geburten. Diese Aufzeichnungen sind wichtig, um später alles nachvollziehen zu können.
Organisation Vor allem bei freiberuflicher Arbeit musst du Termine koordinieren, Abrechnungen durchführen und dich um deine eigene Weiterbildung kümmern.

Vor der Geburt (Schwangerschaft) 

Stell dir vor, du triffst dich mit einer schwangeren Frau in ihrer 30. Schwangerschaftswoche. Du hörst mit einem kleinen Gerät, dem sogenannten Dopton, die Herztöne des Babys ab. Es pocht schnell und kräftig – ein gutes Zeichen! Du tastest vorsichtig ihren Bauch ab, um herauszufinden, wie das Baby liegt: Mit dem Kopf nach unten, bereit für die Geburt. Gleichzeitig misst du ihren Blutdruck, überprüfst ihr Gewicht und analysierst den Urin, um sicherzustellen, dass alles normal verläuft. 

Auch Gespräche gehören zu deiner Arbeit. Du erklärst der werdenden Mutter, welche Veränderungen auf sie zukommen, wie sie Rückenschmerzen lindern kann und welche Entspannungsübungen helfen. Vielleicht empfiehlst du ihr auch, sich bestimmte Geburtspositionen anzuschauen, die sie während der Geburt ausprobieren kann. 

Während der Geburt 

Der große Moment ist da! Du bist bei einer Geburt im Krankenhaus eingeteilt und begleitest eine Frau, die gerade Wehen hat. Du sprichst ruhig mit ihr, hilfst ihr, regelmäßig zu atmen und unterstützt sie mit Massagen und Positionswechseln, um die Schmerzen zu lindern. 

Immer wieder überprüfst du, wie weit der Muttermund sich geöffnet hat. Zwischendurch hörst du die Herztöne des Babys ab, um sicherzustellen, dass es ihm gut geht. Du ermutigst die Mutter, unterstützt sie und gibst Tipps, wie sie ihre Kräfte während der Wehen am besten einteilt. 

Wenn das Baby endlich geboren ist, überprüfst du, ob es gesund ist, hilfst beim ersten Stillen und stellst sicher, dass sich Mutter und Kind wohlfühlen. Vielleicht hast du diese Familie auch schon während der Schwangerschaft betreut – ein besonders schöner Moment für dich!

Nach der Geburt (Wochenbett & Nachsorge) 

Die Geburt ist vorbei, aber deine Arbeit geht weiter. In den ersten Tagen nach der Entbindung besuchst du die Familie zu Hause. Du zeigst den frischgebackenen Eltern, wie man das Baby richtig hält, wickelt und badet. Manchmal haben Mütter am Anfang Probleme mit dem Stillen. Dann hilfst du, das Baby besser anzulegen oder gibst Tipps, wie schmerzende Brustwarzen gepflegt werden können. 

Du überprüfst auch, ob das Baby gut zunimmt und ob die Mutter sich von der Geburt erholt. Du tastest ihren Bauch ab, um zu kontrollieren, ob sich die Gebärmutter zurückbildet, und schaust nach, ob Wunden gut heilen. Oft bist du die erste Ansprechpartnerin, wenn es Unsicherheiten oder Sorgen gibt.

Administrative Aufgaben 

Vor allem, wenn du freiberuflich arbeitest, gehört auch einiges an Organisation dazu. Du führst Protokolle über alle Untersuchungen und Beratungen, vereinbarst Termine, rechnest Leistungen ab und kümmerst dich um deine Fortbildung. 

Als Hebamme ist jeder Tag anders. Du wirst Momente erleben, die unglaublich schön sind – wie das erste Lächeln eines Neugeborenen – aber auch anstrengende Situationen, wenn eine Geburt länger dauert oder Komplikationen auftreten. Genau das macht diesen Beruf so spannend und einzigartig.

Ab welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft begleiten Hebammen Schwangere? 

Die Zusammenarbeit mit einer Hebamme beginnt oft schon früh in der Schwangerschaft, meist ab der 12. Schwangerschaftswoche. Viele Schwangere suchen sich jedoch bereits nach einem positiven Schwangerschaftstest eine Hebamme, da vor allem freiberufliche Hebammen schnell ausgebucht sind. Während der Schwangerschaft finden in der Regel alle vier Wochen Vorsorgetermine statt, die mit fortschreitender Schwangerschaft (ab der 32. Woche) auf zweiwöchige Intervalle verkürzt werden. 

Die Betreuung endet nicht mit der Geburt. Im Gegenteil: Gerade die Wochenbettzeit ist eine besonders intensive Phase. In den ersten zehn Tagen nach der Geburt besucht die Hebamme die Familie meist täglich oder alle zwei Tage. Danach finden die Termine seltener statt, je nach Bedarf aber bis zu acht Wochen nach der Geburt oder sogar länger

Beruf als Hebamme - Persönliche Stärken

Der Beruf der Hebamme erfordert eine Reihe von Fähigkeiten, die über das Fachwissen hinausgehen. Hier sind die wichtigsten Stärken, die du mitbringen solltest: 

Empathie und Einfühlungsvermögen

Schwangere Frauen und ihre Partner:innen sind oft aufgeregt, ängstlich oder unsicher. Deine Fähigkeit, zuzuhören, Mitgefühl zu zeigen und verständnisvoll auf ihre Sorgen einzugehen, ist entscheidend. Hebammen müssen in der Lage sein, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, die auch in stressigen oder emotionalen Momenten stabil bleibt. 

Kommunikationsfähigkeit

Eine gute Hebamme kann komplizierte Sachverhalte klar und beruhigend erklären. Ob es um den Geburtsverlauf, Stilltechniken oder Rückbildung geht – deine Worte sollen informieren, motivieren und Sicherheit geben. Außerdem musst du bei Geburten oft mit anderen Fachkräften wie Ärzt:innen zusammenarbeiten und klare Absprachen treffen. 

Psychische Belastbarkeit

Nicht jede Geburt verläuft problemlos. Manchmal erlebst du auch traurige oder kritische Situationen, etwa wenn Komplikationen auftreten oder ein Notkaiserschnitt erforderlich wird. Du brauchst eine stabile Psyche, um in diesen Momenten professionell zu handeln, schnell Entscheidungen zu treffen und trotzdem empathisch zu bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass du Nerven aus Stahl haben musst - als Hebamme wächst du in deinen Beruf hinein und wirst im Studium gut darauf vorbereitet.

Körperliche Belastbarkeit

Der Alltag einer Hebamme kann körperlich anstrengend sein. Du stehst lange, hilfst manchmal bei Geburten mit Kraftanstrengung und arbeitest oft in Schichtdiensten, auch nachts. Ein gutes Fitnesslevel ist wichtig, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Viele Hebammen achten daher bewusst auf ihre körperliche Gesundheit durch regelmäßigen Sport, Rückentraining oder Yoga.

Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit

Du bist für das Wohl von Mutter und Kind verantwortlich. Präzise Arbeit ist unerlässlich – ob bei Vorsorgeuntersuchungen, Geburten oder in der Nachsorge. Eine kleine Unaufmerksamkeit kann schwerwiegende Folgen haben, daher ist Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit immer gefragt.

Organisationstalent

Besonders als freiberufliche Hebamme ist es wichtig, Termine zuverlässig zu koordinieren, Abrechnungen zu organisieren und eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden. Auch das Dokumentieren von Geburtsverläufen, Untersuchungen und Beratungsgesprächen erfordert eine strukturierte Arbeitsweise.

Hebamme Studium - Aufbau und Inhalte

Wenn du Hebamme werden möchtest, führt der Weg seit 2020 über ein Studium. Früher gab es reine Ausbildungen, aber heute ist die Ausbildung zur Hebamme akademisch organisiert. Grund dafür ist das Hebammenreformgesetz, das die Hebammenausbildung umfassend reformiert und modernisiert hat.

Hebammenstudium - Voraussetzungen

1. Schulische Voraussetzungen:

Um ein Hebammenstudium zu beginnen, benötigst du das Abitur oder Fachabitur. Doch was, wenn du keine Hochschulreife hast?Auch ohne Hochschulreife kannst du zum Hebammenstudium zugelassen werden, wenn du eine erfolgreich absolvierte Ausbildung

  • zur:m Gesundheits- und Krankenpfleger:in oder
  • zur:m Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:in oder
  • zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann oder
  • zur für die allgemeine Pflege verantwortlichen Krankenschwester oder Krankenpfleger im EU-Ausland, sofern die Ausbildung den europarechtlichen Vorgaben entspricht

nachweisen kannst. Am besten kontaktierst du die Studienberatung der jeweiligen Hochschule, wenn du unsicher bist, ob deine Ausbildung anerkannt wird.

2. Vorpraktikum:

Ein Vorpraktikum ist nicht immer Pflicht, wird aber oft verlangt. Die Dauer variiert je nach Hochschule zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Ob du ein Vorpraktikum benötigst, erfährst du auf der Webseite der jeweiligen Hochschule unter den “Zugangsvoraussetzungen”.

Warum ist ein Vorpraktikum wichtig?
Ein Vorpraktikum soll dir praktische Einblicke in den Beruf geben. Du lernst, mit Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen umzugehen und gewinnst ein Gefühl dafür, ob dieser Beruf wirklich zu dir passt.

Wo kannst du ein Vorpraktikum machen?

  • Kliniken (z. B. auf der Entbindungsstation)
  • Geburtshäuser
  • Freiberufliche Hebammen (Du begleitest sie zu Hausbesuchen oder bei Hausgeburten)
Tipp
Oft stellen Hochschulen konkrete Anforderungen an das Vorpraktikum und machen zum Beispiel selbst Vorschläge, wo dies absolviert werden kann. Gehe deshalb am besten so vor: Wähle zuerst die Hochschule aus, an der du studieren möchtest und prüfe dann, welche Voraussetzungen dein Vorpraktikum erfüllen muss.

3. Bewerbung als Hebamme:

Das Hebammenstudium ist oft zulassungsbeschränkt (NC). Die Höhe des NCs variiert je nach Hochschule, liegt aber oft zwischen 1,5 und 2,5. Es lohnt sich, die aktuellen Werte auf den Webseiten der Hochschulen nachzuschauen oder bei der Studienberatung nachzufragen.

4. Gesundheitliche Eignung:

Da der Beruf körperlich anstrengend ist, wird meist ein ärztliches Attest verlangt. Das bedeutet, dass du dich von deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt untersuchen lassen musst.

Was wird untersucht?

  • Dein allgemeiner Gesundheitszustand (z. B. Herz, Lunge, Blutdruck)
  • Deine körperliche Belastbarkeit (vor allem der Rücken, da du oft lange stehst oder schwer heben musst)
  • Eventuelle Allergien (z. B. gegen Desinfektionsmittel)

Was solltest du deiner Ärztin oder deinem Arzt sagen?

Erkläre, dass du dich für ein Hebammenstudium bewirbst und ein Attest über deine gesundheitliche Eignung benötigst. Erwähne dabei, dass du regelmäßig lange stehen musst, mit Infektionsrisiken in Kontakt kommen könntest und körperlich belastbar sein solltest.

5. Kenntnisse der deutschen Sprache

Für das Hebammenstudium sind ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache unerlässlich. Das liegt daran, dass der Unterricht an den meisten Hochschulen auf Deutsch stattfindet und du während deiner praktischen Einsätze mit Schwangeren, Gebärenden und medizinischem Fachpersonal kommunizieren musst. Die meisten Hochschulen verlangen mindestens das Sprachniveau C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Wenn du deinen Schulabschluss im Ausland gemacht hast, musst du in der Regel einen entsprechenden Sprachtest (z. B. Goethe-Zertifikat oder telc Deutsch) nachweisen.

6. Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit (§ 10 Absatz 1 HebG):

Laut § 10 Absatz 1 des Hebammengesetzes (HebG) darfst du dich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Absolvierung des Hebammenstudiums ergibt.

Das bedeutet: Solltest du in der Vergangenheit Straftaten begangen haben, die Zweifel an deiner Eignung als Hebamme aufkommen lassen, kann dir der Zugang zum Studium verwehrt werden. In der Regel wird dazu ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis verlangt, das du bei der Bewerbung vorlegen musst. Lies hierzu aber erstmal auf der Webseite der Hochschule nach, ob dies erforderlich ist. Falls ja, kannst du dies bei der Meldebehörde deiner Stadt oder Gemeinde beantragen – also meist im Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt. Dafür musst du persönlich vorbeikommen und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorlegen. Außerdem benötigst du in der Regel eine schriftliche Aufforderung oder Bestätigung der Hochschule, dass du dieses Führungszeugnis für das Hebammenstudium benötigst.

Hebamme Studium - Dauer und Aufbau

Das Hebammenstudium verbindet theoretische Ausbildung an der Hochschule mit praktischen Einsätzen in Kliniken, Geburtshäusern oder bei freiberuflichen Hebammen.

Dauer des Studiums

Das Hebammenstudium dauert 3 bis 4 Jahre und schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab.

Warum dauert es so lange? Der Beruf der Hebamme erfordert umfassende Kenntnisse in verschiedenen Bereichen, die nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erlernt werden müssen. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis macht das Studium besonders intensiv.

Aufbau des Hebammenstudiums

Das Studium ist dual aufgebaut, was bedeutet, dass es abwechselnd theoretische Phasen an der Hochschule und praktische Einsätze in der Berufswelt gibt.

Theoretische Phasen:

In den Vorlesungen, Seminaren und Übungen lernst du alles, was du für den Beruf brauchst. Die Inhalte sind breit gefächert und decken viele Themen ab:

Themenbereich Beschreibung
Medizinische Grundlagen Hier lernst du zum Beispiel, wie sich der Körper während der Schwangerschaft verändert oder was genau bei einer Geburt im Körper der Mutter passiert.
Hebammenwissenschaften Du erfährst, wie man Geburten leitet, Frauen im Wochenbett betreut und Neugeborene pflegt. Auch Themen wie Stillberatung und Geburtsvorbereitungskurse gehören dazu.
Notfallmanagement Was machst du, wenn das Baby plötzlich schlecht mit Sauerstoff versorgt wird? Hier lernst du alles, was du in kritischen Momenten wissen musst.
Psychologie und Kommunikation Dieser Bereich ist super wichtig! Du lernst, wie du mit Ängsten umgehst, schwierige Nachrichten überbringst oder Eltern motivierst, wenn es gerade schwierig wird.
Rechtliche Grundlagen und Ethik Welche Rechte haben Patient:innen? Wie musst du dokumentieren? Was passiert, wenn etwas schiefgeht? Diese Fragen werden hier behandelt.
Selbstständigkeit und Praxisführung Falls du später freiberuflich arbeiten möchtest, lernst du hier, was es für die Gründung einer eigenen Praxis braucht.

Tipps für die Theoriephasen:

  • Arbeitsgruppen: Schließe dich mit Kommiliton:innen zusammen, um gemeinsam zu lernen und Fälle durchzusprechen.
  • Praktische Übungen: Viele Hochschulen bieten Simulationsräume, in denen Geburten nachgestellt werden. Nutze diese Möglichkeiten, um dich optimal vorzubereiten.
  • Klinikbesuche: Auch wenn sie nicht Teil der Pflichtpraktika sind, kannst du immer wieder freiwillig Geburten begleiten, um dein Wissen anzuwenden.

Praktische Phasen in der Hebammenausbildung:

Hebamme legt Schwangeren Hände auf den Bauch
Das Gehalt als Hebamme während der Ausbildung hängt davon ab, wo man diese absolviert. Quelle: Canva.de

Die praktischen Einsätze machen etwa 50 % des Studiums aus und sind deshalb extrem wichtig. Sie finden in verschiedenen Einrichtungen statt, damit du möglichst viele Erfahrungen sammeln kannst.

Wo finden praktische Einsätze als Hebamme statt?

  • Kliniken: Hier liegt der Fokus auf der Geburtsbegleitung und der Betreuung von Müttern und Neugeborenen auf der Entbindungsstation.
  • Geburtshäuser: In diesen Einrichtungen betreust du Frauen, die bewusst auf eine natürliche Geburt in gemütlicher Atmosphäre setzen.
  • Freiberufliche Hebammen: Du begleitest Hausbesuche und lernst, wie man die Nachsorge zu Hause organisiert und durchführt.

Was machst du als Hebamme während der Praxisphasen?

  • Beobachten und selbstständiges Durchführen von Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Abtasten des Bauchs, Abhören der Herztöne)
  • Begleitung von Geburten unter Aufsicht erfahrener Hebammen (z. B. Unterstützung bei der Atmung, Positionswechsel)
  • Betreuung von Müttern und Neugeborenen im Wochenbett (z. B. Unterstützung beim Stillen, Wundversorgung, Beratung zur Säuglingspflege)
  • Dokumentation aller Untersuchungen und Behandlungen – ganz wichtig, damit nichts übersehen wird.

Tipps für die Praxisphasen:

  • Viel Fragen: Nutze jede Gelegenheit, erfahrene Hebammen auszufragen. Sie haben oft Tipps, die du in keinem Lehrbuch findest.
  • Reflexion: Halte nach jedem Praxiseinsatz schriftlich fest, was gut geklappt hat und wo du dich noch verbessern kannst.
  • Selbstbewusstsein entwickeln: Gerade am Anfang ist vieles neu. Trau dich, unter Anleitung Dinge selbst zu machen.

Prüfungen und Abschluss

Am Ende deines Studiums wartet die staatliche Prüfung, die sich in theoretische, praktische und mündliche Prüfungen aufteilt. Du musst nachweisen, dass du nicht nur das notwendige Wissen hast, sondern auch in der Praxis alles sicher anwenden kannst.

Tipps zur Prüfungsvorbereitung:

  • Prüfungsgruppen: Lerne gemeinsam mit anderen Studierenden. Tauscht euch über schwierige Themen aus und simuliert Prüfungssituationen.
  • Praxistagebuch: Viele Hebammenstudent:innen führen ein Praxistagebuch, in dem sie ihre Erfahrungen festhalten. Das hilft dir später auch beim Lernen.
  • Entspannungstechniken: Der Stress vor den Prüfungen ist groß. Yoga, Meditation oder Sport helfen dir, Ruhe zu bewahren und fokussiert zu bleiben.

Hebammenstudium - Berufliche Perspektiven

Mit dem Abschluss des Hebammenstudiums erhältst du den Titel „Bachelor of Science (B.Sc.) in Hebammenkunde“. Damit bist du offiziell zur Berufsausübung berechtigt. Doch welche Wege stehen dir nach dem Studium offen?

1. Arbeiten in Kliniken

Die meisten Hebammen beginnen ihre berufliche Laufbahn in Kliniken. Dort arbeitest du auf der Entbindungsstation und bist vor allem für die Betreuung von Geburten zuständig. Das bedeutet:

  • Du begleitest Frauen während der Geburt, unterstützt sie mit Atemtechniken, Positionswechseln und gibst Sicherheit.
  • Du bist auch nach der Geburt noch da – zum Beispiel beim ersten Stillen oder bei der Wundversorgung.
  • Du arbeitest mit einem ganzen Team aus Ärzt:innen, Pflegekräften und anderen Hebammen zusammen.

Vorteile: Geregelte Arbeitszeiten (Schichtsystem), festes Gehalt, gute Einarbeitung durch erfahrene Kolleg:innen.

Herausforderungen: Stressige Momente, viele Geburten nacheinander, manchmal wenig Zeit für die individuelle Betreuung.

2. Arbeiten in Geburtshäusern

Wenn du dich für natürliche Geburten in gemütlicher Atmosphäre interessierst, ist ein Geburtshaus eine gute Option. Diese Einrichtungen bieten eine entspanntere Umgebung als Kliniken. Deine Aufgaben sind hier:

  • Du betreust werdende Eltern schon während der Schwangerschaft, leitest Geburten und kümmerst dich um die Nachsorge.
  • Du hilfst Schwangeren, sich auf natürliche Weise zu entspannen und bestärkst sie in ihrem Wunsch nach einer möglichst selbstbestimmten Geburt.

Vorteile: Mehr Zeit für die individuelle Betreuung, enge Bindung zu den Familien, oft ganzheitlicher Ansatz.

Herausforderungen: Weniger Sicherheit bei Notfällen, da es keinen direkten Zugriff auf medizinische Geräte wie in Kliniken gibt.

3. Freiberufliche Arbeit / Hausgeburten

Viele Hebammen entscheiden sich nach ein paar Jahren Berufserfahrung für die Freiberuflichkeit. Das bedeutet, dass du selbstständig arbeitest und deine eigenen Termine koordinierst. Deine Tätigkeiten können umfassen:

  • Hausgeburten: Du begleitest Geburten zu Hause, wenn die Eltern sich eine möglichst natürliche Geburt wünschen.
  • Nachsorge: Du besuchst Mütter und Neugeborene nach der Geburt regelmäßig zu Hause, überprüfst die Gesundheit von Mutter und Kind, hilfst beim Stillen und gibst Ratschläge zur Säuglingspflege.
  • Geburtsvorbereitung und Rückbildung: Du leitest Kurse oder Beratungen zu Themen wie Geburtsvorbereitung, Rückbildungsgymnastik oder Stillen.

Vorteile: Viel Freiheit bei der Gestaltung deines Berufslebens, individuelle Betreuung, persönliche Bindung zu Familien.

Herausforderungen: Du musst dich selbst um Abrechnungen, Termine und organisatorische Dinge kümmern. Auch die Verantwortung bei Hausgeburten ist besonders groß.

4. Weiterbildungsmöglichkeiten und Spezialisierung

Auch nach dem Studium ist Lernen wichtig! Es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel:

  • Akupunktur, Homöopathie oder Hypnobirthing: Manche Hebammen spezialisieren sich auf alternative Methoden, um Schwangeren und Gebärenden zu helfen.
  • Stillberatung: Auch hier gibt es spezielle Kurse, die dir helfen, Eltern noch besser zu unterstützen.
  • Leitung von Geburtsvorbereitungskursen: Wenn du gerne Wissen weitergibst, kannst du dich in diesem Bereich weiterbilden.
  • Fortbildungen in Notfallmanagement: Um im Ernstfall immer optimal reagieren zu können.

5. Studium und Forschung

Wenn du noch weiter studieren möchtest, kannst du auch einen Masterstudiengang im Bereich Hebammenkunde oder Gesundheitswissenschaften anschließen. Mit einem Masterabschluss kannst du:

  • In der Forschung tätig werden und z. B. neue Methoden zur Geburtsbegleitung entwickeln.
  • Als Dozent:in an Hochschulen unterrichten und angehende Hebammen ausbilden.
  • In Leitungspositionen arbeiten, zum Beispiel als Stationsleitung in einer Klinik.

Die wichtigsten Fragen zu Studium und Beruf als Hebamme

Brauche ich ein Vorpraktikum für das Hebammenstudium?

Nicht immer, aber oft! Viele Hochschulen verlangen ein Vorpraktikum im Gesundheitsbereich, um dir erste Einblicke in die Arbeit mit Schwangeren und Neugeborenen zu geben. Die Dauer liegt meist zwischen zwei Wochen und drei Monaten.

Gibt es einen NC für das Hebammenstudium?

Ja, oft ist das Studium zulassungsbeschränkt (NC). Die genauen NC-Werte variieren je nach Hochschule und Jahr, liegen aber meist zwischen 1,5 und 2,5.

Wie lange dauert das Hebammenstudium?

Das Studium dauert in der Regel 3 bis 4 Jahre und schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab.

Wo kann ich als Hebamme arbeiten?

Nach dem Studium kannst du in Kliniken, Geburtshäusern oder freiberuflich arbeiten. Auch Spezialisierungen in Bereichen wie Stillberatung, Geburtsvorbereitungskurse oder Forschung sind möglich.

Kann ich auch ohne Studium Hebamme werden?

Nein, die Ausbildung zur Hebamme ist in Deutschland mittlerweile ein duales Studium. Früher gab es reine Ausbildungen, aber diese wurden durch das Hebammenreformgesetz im Jahr 2020 abgeschafft.

Wie viel verdient man als Hebamme in der Ausbildung?

Das Gehalt einer Hebamme in der Ausbildung (bzw. im Studium) hängt davon ab, wo du die Ausbildung machst – in Deutschland ist sie seit 2020 ein dual aufgebautes Studium (Hebammenwissenschaft), das an Hochschulen in Kooperation mit Kliniken stattfindet.

Wenn du Hebamme im Rahmen des dualen Studiums wirst, bekommst du während der Praxisphasen ein Ausbildungsgehalt, das sich an den Tarifen im öffentlichen Dienst orientiert – meistens am TVöD-P Pflege.
Durchschnittliches monatliches Bruttogehalt (2025, tariflich):

  • 1. Jahr: ca. 1.340 – 1.390 €
  • 2. Jahr: ca. 1.400 – 1.500 €
  • 3. Jahr: ca. 1.500 – 1.600 €
  • 4. Jahr (bei 4-jährigem Studium): ähnlich, evtl. leicht steigend

Ist das Hebammenstudium schwer?

Das duale Studium zur Hebamme gilt als anspruchsvoll, ist aber mit echter Leidenschaft gut zu bewältigen. Studierende erwartet eine intensive Kombination aus medizinisch-theoretischem Wissen – etwa in Anatomie, Schwangerschaftsverläufen oder Notfallmedizin – und praktischer Verantwortung im Kreißsaal, oft schon im ersten Jahr. Die Arbeit im Schichtdienst, die emotionale Nähe zu Geburtsprozessen und das Lernen unter hoher Belastung fordern viel Engagement und Organisationstalent. Wer sich jedoch für Frauengesundheit und Geburtshilfe begeistert und bereit ist, sich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln, findet im Hebammenstudium eine erfüllende und gesellschaftlich bedeutsame Aufgabe.

Quellen:

  1. Bundesministerium für Gesundheit. (o. D.). Hebammen in Deutschland. Abgerufen am 7. April 2025, von https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/gesundheitsberufe/hebammen.html
  2. Bundesministerium für Gesundheit. (o. D.). Hebammenreformgesetz. Abgerufen am 7. April 2025, von https://www.bundesgesundheitsministerium.de/hebammenreformgesetz.html
  3. Deutscher Hebammenverband e. V. (o. D.). Hebamme werden und sein. Abgerufen am 7. April 2025, von https://hebammenverband.de/hebamme-werden-und-sein
  4. Bundesministerium der Justiz. (o. D.). Gesetz über den Beruf der Hebamme und des Entbindungspflegers (Hebammengesetz – HebG). Abgerufen am 7. April 2025, von https://www.gesetze-im-internet.de/hebg_2020/
  5. Bundesministerium der Justiz. (o. D.). Verordnung über die Prüfung zur Hebamme (Hebammenprüfungsverordnung – HebStPrV). Abgerufen am 7. April 2025, von https://www.gesetze-im-internet.de/hebstprv/BJNR003900020.html

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