Hebamme - Karrieremöglichkeiten und Weiterbildungen

Veröffentlicht am 02.05.2025

Hebamme impft schwangerer Patientin

Der Beruf der Hebamme ist viel mehr als „nur“ Geburten zu begleiten. Hebammen unterstützen Familien vor, während und nach der Geburt – und sind oft eine der wichtigsten Bezugspersonen in dieser sensiblen Lebensphase. Doch viele wissen gar nicht, wie vielfältig der Job wirklich ist und welche spannenden Wege sich im Laufe der Karriere öffnen können.

Aktuelle Jobs als Hebamme / Entbindungspfleger

Ob in der Klinik, im Geburtshaus, freiberuflich oder in der Forschung – als Hebamme stehen dir viele Türen offen. Auch wer sich weiterentwickeln, spezialisieren oder in Führungsrollen hineinschnuppern möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten.

In diesem Blogbeitrag zeigen wir dir, welche Karrierewege es für Hebammen gibt, welche Weiterbildungen dich fachlich und persönlich voranbringen – und wie du Schritt für Schritt deinen ganz eigenen Weg gestalten kannst.

Klassischer Berufsweg einer Hebamme

Bevor es in Richtung Karriereplanung und Weiterbildung geht, schauen wir uns erst einmal an, wie der Einstieg in den Beruf normalerweise aussieht.

Anna Liebig

Praxia Karriereberaterin

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Wie wird man Hebamme?

Seit 2020 ist die Ausbildung zur Hebamme in Deutschland ein duales Studium. Das bedeutet: Theorie und Praxis wechseln sich ab – und du studierst an einer Hochschule mit dem Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) in Hebammenwissenschaft. Parallel dazu arbeitest du in Kliniken und lernst den Berufsalltag direkt kennen.

Das Studium dauert in der Regel 3 bis 4 Jahre. Es ersetzt die frühere schulische Ausbildung an Hebammenschulen und soll die Profession weiter aufwerten – schließlich tragen Hebammen eine große Verantwortung.

Wo arbeiten Hebammen?

Nach dem Studium gibt es verschiedene Einsatzorte:

  • Kliniken & Krankenhäuser: Hier arbeiten viele Berufseinsteiger:innen. Du begleitest Geburten im Kreißsaal, betreust Schwangere auf der Station und arbeitest im Team mit Ärzt:innen und Pflegekräften.
  • Geburtshäuser: In diesen Einrichtungen steht eine natürliche, interventionsarme Geburt im Fokus. Hier arbeiten meist erfahrenere (im Schnitt mit ca. zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung) Hebammen mit viel Eigenverantwortung.
  • Freiberuflich: Ca. 70% aller Hebammen in Deutschland sind ganz oder teilweise freiberuflich tätig. Sie bieten Geburtsvorbereitungskurse, Wochenbettbetreuung und Nachsorge an – häufig im häuslichen Umfeld der Familien. Ein besonders wichtiger Teil der freiberuflichen Tätigkeit sind Hausgeburten. Hierbei betreust du Frauen bei der Geburt in den eigenen vier Wänden – was viel Erfahrung und Organisation verlangt.

Karrierewege für Hebammen

Viele Hebammen lieben die Arbeit mit Familien und bleiben dauerhaft in der direkten Betreuung – sei es in der Klinik, im Geburtshaus oder freiberuflich. Doch wer mehr Verantwortung übernehmen, sich spezialisieren oder ganz neue Aufgabenfelder entdecken möchte, hat viele spannende Möglichkeiten.

Freiberuflichkeit: Selbstständig und flexibel

Die freiberufliche Tätigkeit ist einer der häufigsten Karrierewege. Sie bietet viel Gestaltungsfreiheit: Du kannst 

  • Geburtsvorbereitungskurse (helfen werdenden Eltern, sich körperlich und mental auf die Geburt und die erste Zeit mit Baby vorzubereiten)
  • Rückbildungskurse (unterstützen frisch gebackene Mütter dabei, ihre Beckenboden- und Bauchmuskulatur nach der Geburt gezielt zu stärken)
  • Wochenbettbetreuung (Hebammen begleiten Mutter und Kind in den ersten Wochen nach der Geburt zu Hause und unterstützen medizinisch sowie emotional) oder auch
  • Hausbesuche (Besuche der Hebamme bei der Familie zu Hause, bei denen sie Fragen beantwortet, das Baby untersucht und die Mutter betreut)

anbieten – und dabei deine Arbeitszeiten und Schwerpunkte selbst wählen. Auch Hausgeburten oder die Arbeit als Beleghebamme (sie arbeitet freiberuflich, aber in Kooperation mit einer Klinik, und betreut "ihre" Schwangere meist durchgängig – vor, während und nach der Geburt) sind möglich.

Tipp: Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert gute Organisation, z. B. bei Abrechnungen mit den Krankenkassen oder Versicherungsfragen. Beratungsstellen oder Existenzgründungskurse speziell für Hebammen können hier helfen.

Lehre & Forschung: Wissen weitergeben

Wenn du dein Wissen an andere weitergeben und die nächste Generation von Hebammen mit ausbilden möchtest, ist die Lehre ein spannender Weg für dich. Du kannst z. B. als Dozent:in an Hochschulen oder Hebammenschulen arbeiten und dort Vorlesungen, Seminare oder Praxisbegleitungen übernehmen. Typische Themen sind Anatomie, Geburtsverläufe, Stillberatung oder Kommunikation mit werdenden Eltern.

In der Forschung arbeitest du an wissenschaftlichen Projekten – z. B. zur Frage, wie Hebammenversorgung verbessert werden kann, wie Geburtsverläufe verlaufen oder welche Bedürfnisse Familien heute haben. Du analysierst Studien, erhebst Daten oder arbeitest in interdisziplinären Teams mit.

Was du mitbringen solltest:

  • Ein abgeschlossenes Masterstudium (z. B. Hebammenwissenschaft, Public Health, Pflegepädagogik)
  • Interesse an Didaktik, wissenschaftlichem Arbeiten und fachlicher Tiefe
  • Gute Ausdrucksweise – mündlich und schriftlich

So kannst du starten:

  • Sprich deine frühere Hochschule oder Hebammenschule an – viele suchen Praxisexpert:innen für Seminare oder Skills-Trainings.
  • Recherchiere Masterstudiengänge im Bereich Hebammenwissenschaft oder Pflegepädagogik – viele sind berufsbegleitend möglich.
  • Wenn du Forschung spannend findest, informiere dich über wissenschaftliche Projekte an Hochschulen oder beteilige dich an Studien z. B. über den Deutschen Hebammenverband.

Leitungsfunktionen: Verantwortung übernehmen

Wenn du gerne organisierst, den Überblick behältst und Lust hast, Teams zu führen, dann könnte eine Leitungsfunktion das Richtige für dich sein.

Als Stationsleitung oder Leitung im Kreißsaal kümmerst du dich nicht mehr nur um Geburten, sondern auch um die Organisation des gesamten Bereichs. Du erstellst Dienstpläne, sorgst für eine gute Teamkommunikation, bist Ansprechpartner:in für Konflikte oder Fachfragen und hältst Kontakt zur Klinikleitung. Gleichzeitig achtest du auf Qualitätssicherung, Arbeitsabläufe und Fortbildungen im Team.

Mögliche Positionen:

  • Leitung Kreißsaal
  • Stationsleitung auf der geburtshilflichen Station
  • Bereichsleitung Geburtshilfe oder Pflege
  • Praxisanleiter:in für Studierende

Was du mitbringen solltest:

  • Mindestens 2 bis 3 Jahre Jahre Berufserfahrung
  • Führungskompetenz und Organisationstalent
  • Idealerweise eine Weiterbildung in Leitung im Gesundheitswesen, Pflegemanagement oder Gesundheitsmanagement

So kannst du starten:

  • Frage deine Team- oder Stationsleitung, ob du bei der Planung oder Organisation unterstützen kannst – viele Teams freuen sich über engagierten Nachwuchs.
  • Informiere dich über Weiterbildungen in Leitung/Management bei Trägern wie dem Deutschen Krankenhausinstitut oder den Landeshebammenverbänden.
  • Suche gezielt nach Stellenangeboten mit Entwicklungsperspektive – manche Einrichtungen bieten interne Fortbildungen für angehende Leitungen an.

Spezialisierungen: Fachwissen vertiefen

Du willst dich nicht nur breit aufstellen, sondern richtig tief in ein Thema eintauchen? Dann ist eine Spezialisierung genau dein Weg.

Hier kannst du dich fachlich schärfen und wirst zur:m Ansprechpartner:in für besondere Situationen. Zum Beispiel:

  • Still- und Laktationsberater:in (IBCLC): Du hilfst Müttern mit Stillproblemen, z. B. bei zu wenig Milch, Schmerzen beim Stillen oder besonderen Herausforderungen (Frühgeborene, Mehrlinge).
  • Psychosoziale Beratung: Du begleitest Familien in schwierigen Lebenssituationen, nach traumatischen Geburten oder bei postnataler Depression.
  • Akupunktur, Homöopathie oder Aromatherapie: Du arbeitest ergänzend zur klassischen Geburtshilfe mit natürlichen Methoden.
  • Familienhebamme: Du betreust Familien mit besonderen Belastungen – z. B. Alleinerziehende, Teenager-Mütter oder Familien mit sozialer Unsicherheit – meist über einen längeren Zeitraum.

Was du mitbringen solltest:

  • Interesse an einem klaren Themenschwerpunkt
  • Offenheit für Weiterbildungen (z. B. zertifizierte Kurse, Fachqualifikationen)
  • Den Wunsch, tiefergehendes Wissen in der Praxis umzusetzen

So kannst du starten:

  • Überlege, welches Thema dich besonders interessiert – z. B. Stillen, mentale Gesundheit oder alternative Methoden.
  • Informiere dich bei Fachgesellschaften wie EISL (für Stillberatung) oder GfG (Gesellschaft für Geburtsvorbereitung) über Kursangebote und Zertifikate.
  • Frage bei Kolleg:innen oder im Netzwerk, welche Anbieter sie empfehlen – viele spezialisierte Weiterbildungen lassen sich berufsbegleitend machen.

Weiterbildungen für Hebammen

Egal, ob du dich spezialisieren, in die Lehre gehen oder Führungsverantwortung übernehmen möchtest – Weiterbildungen sind der Schlüssel, um deinen Berufsweg aktiv zu gestalten. Sie helfen dir dabei, neues Wissen aufzubauen, deine Stärken zu vertiefen und dich beruflich weiterzuentwickeln.

Fachweiterbildungen: Praktisch, kompakt und direkt anwendbar

Fachweiterbildungen sind der ideale Einstieg, wenn du dich für ein Thema besonders interessierst oder dein Angebot als Hebamme erweitern möchtest. Sie dauern meist zwischen ein paar Tagen und mehreren Wochen, sind praxisnah aufgebaut und direkt im Arbeitsalltag anwendbar.

Hier ein Überblick über beliebte Fachbereiche:

Still- und Laktationsberatung (z. B. IBCLC)

Du wirst zur Ansprechperson für alle Fragen rund ums Stillen – von Anlegetechniken über Milchstau bis hin zu besonderen Still-Situationen bei Frühchen oder Zwillingen. Du lernst, Mütter fachlich fundiert zu beraten, Stillprobleme zu erkennen und individuell zu lösen – auch dann, wenn es komplizierter wird.

Beispiel aus der Praxis: Eine Mutter hat Schmerzen beim Stillen und befürchtet, abstillen zu müssen – du erkennst einen fehlerhaften Saugschluss und hilfst mit kleinen Änderungen weiter.

Akupunktur in der Geburtshilfe

Hier lernst du, wie du Akupunktur bei Schwangeren und Wöchnerinnen gezielt einsetzen kannst – z. B. zur Linderung von Übelkeit, Rückenschmerzen, zur Wehenförderung oder zur Geburtsvorbereitung. Du arbeitest mit feinen Nadeln an bestimmten Punkten am Körper und ergänzt so deine klassische Hebammentätigkeit durch ein sanftes, alternatives Verfahren.

Beispiel aus der Praxis: Eine Schwangere kommt mit unregelmäßigen, schwachen Wehen – du setzt Akupunktur zur sanften Wehenanregung ein und unterstützt damit den Geburtsverlauf.

Aromatherapie oder Homöopathie

In diesen Fortbildungen lernst du, wie ätherische Öle oder homöopathische Mittel sicher und gezielt eingesetzt werden können – etwa zur Entspannung, Schmerzlinderung oder bei Schlafproblemen. Du lernst Wirkungen, Dosierung und Kontraindikationen kennen, damit du Frauen ganzheitlich begleiten kannst.

Beispiel aus der Praxis: Eine frisch gebackene Mutter klagt über Stimmungstiefs – du stellst ihr eine Mischung aus stimmungsaufhellenden Ölen zusammen und gibst Tipps zur Anwendung im Alltag.

Psychosoziale Beratung nach belastender Geburt

Du wirst dafür geschult, Frauen oder Paare nach schwierigen Geburtserfahrungen einfühlsam zu begleiten – z. B. nach Not-Kaiserschnitten, Verlusten oder traumatischen Erlebnissen im Kreißsaal. Du lernst Gesprächstechniken, Grundlagen der Psychotraumatologie und wie du Hilfsangebote vermitteln kannst.

Beispiel aus der Praxis: Eine Mutter leidet noch Monate nach der Geburt unter Ängsten – du bietest ein geschütztes Gespräch an und begleitest sie oder leitest sie an passende Stellen weiter.

Beckenbodentraining & Rückbildungsgymnastik

Hier erfährst du, wie du gezielte Rückbildungskurse leitest und Mütter beim Aufbau von Bauch- und Beckenbodenmuskulatur professionell unterstützt. Du lernst Übungen, Kursaufbau und wie du Rückbildung individuell an verschiedene Geburtsverläufe anpasst – auch bei Rektusdiastase oder Beckenboden-Schwäche.

Beispiel aus der Praxis: Eine Frau hat nach der Geburt beim Husten leichte Inkontinenz – du erklärst ihr beckenbodenschonendes Verhalten und gibst ihr gezielte Übungen mit.

Wie du starten kannst

  1. Recherchiere passende Anbieter in deiner Region oder online – z. B. über Hebammenverbände, Fachgesellschaften oder Fortbildungszentren.
  2. Achte auf zertifizierte Kurse, besonders bei Angeboten wie Stillberatung (z. B. IBCLC) oder Akupunktur (z. B. DÄGfA).
  3. Sprich mit Kolleg:innen, was ihnen bei der Auswahl geholfen hat – persönliche Empfehlungen sind oft Gold wert.
  4. Frag bei deinem Arbeitgeber nach, ob er dich zeitlich oder finanziell unterstützt – viele Kliniken oder Geburtshäuser fördern fachliche Weiterentwicklung aktiv.

Akademische Weiterbildungen für Hebammen

Wenn du langfristig in die Lehre, Forschung oder ins Management möchtest, ist ein akademischer Abschluss – z. B. ein Masterstudium – oft die Voraussetzung. Diese Studiengänge gehen in die Tiefe, dauern meist 2 bis 4 Semester und sind oft berufsbegleitend organisiert. Sie richten sich an Hebammen mit einem Bachelorabschluss.

Master Hebammenwissenschaft

Hier beschäftigst du dich intensiv mit wissenschaftlichen Fragestellungen rund um Geburtshilfe, Versorgungskonzepte, Ethik und Qualitätsentwicklung. Du lernst, wie Studien aufgebaut sind, wie man Daten auswertet und wie evidenzbasierte Praxis funktioniert.

Beispiel aus dem Studium: Du untersuchst, wie sich eine 1:1-Betreuung im Kreißsaal auf Geburtsverläufe auswirkt – und entwickelst daraus Empfehlungen für Kliniken.

Tipp: Besonders geeignet, wenn du später unterrichten oder in Forschungsprojekten mitarbeiten willst. Voraussetzung ist ein Bachelorabschluss, zum Beispiel in Hebammenwissenschaft oder Pflege.

Public Health

In diesem Studiengang lernst du, wie Gesundheit auf gesellschaftlicher Ebene geplant und gefördert werden kann – z. B. in Präventionsprogrammen, Gesundheitsämtern oder NGOs (Non-Governmental Organizations). Du befasst dich mit Epidemiologie, Gesundheitsförderung, sozialer Ungleichheit und Gesundheitssystemen.

Beispiel aus dem Studium: Du entwickelst ein Konzept für bessere Nachsorge bei Familien in benachteiligten Wohnvierteln.

Tipp: Interessant für Hebammen, die sich für sozialpolitische Arbeit, Prävention und Familiengesundheit interessieren.

Gesundheitsmanagement / Pflegemanagement

Hier geht es um betriebswirtschaftliches Denken, Personalführung, Organisation im Klinikalltag und strategische Leitung. Du lernst, wie du Teams leitest, Budgets planst, Prozesse verbesserst und gleichzeitig die Qualität in der Geburtshilfe sicherstellst.

Beispiel aus dem Studium: Du entwickelst ein neues Dienstplansystem für den Kreißsaal, das die Belastung reduziert und gleichzeitig die Dienstbesetzung sichert.

Tipp: Ideal, wenn du eine Leitungsrolle anstrebst. Viele Kliniken fördern diesen Weg aktiv und ermöglichen dir ein berufsbegleitendes Studium.

Pädagogik im Gesundheitswesen

Du wirst hier auf die Lehre vorbereitet – z. B. an einer Hebammenschule oder Hochschule. Du lernst didaktische Konzepte, Lernpsychologie und Unterrichtsplanung und erfährst, wie du Studierende im Praxisalltag begleitest und unterrichtest.

Beispiel aus dem Studium: Du entwickelst ein Unterrichtskonzept zum Thema Geburtsmechanik.

Tipp: Perfekt für alle, die gern erklären, anleiten und mit Nachwuchs arbeiten – auch hier ist ein Bachelorabschluss nötig (zum Beispiel der des Hebammenstudiums).

Falls du oben aufgepasst hast, ist dir sicher aufgefallen: Du kannst mit einem Masterabschluss in die Lehre gehen, aber auch mit der Weiterbildung Pädagogik im Gesundheitswesen. Brauchst du nun also beides?! Das hängt ganz davon ab, WO du lehren möchtest:

1. An Hochschulen (z. B. für den Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft)

Ein Masterabschluss ist ausreichend, um als Lehrkraft auf Lehraufträgen oder als wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in zu arbeiten.

Pädagogische Zusatzqualifikationen (wie „Pädagogik im Gesundheitswesen“) sind nicht zwingend erforderlich, aber oft gern gesehen – gerade wenn du didaktische Kurse geben willst.

2. An Hebammenschulen oder Berufsfachschulen

Hier wird neben dem Master eine pädagogische Weiterbildung gefordert, z. B.:

  • Pädagogik im Gesundheitswesen
  • Weiterbildung zur Praxisanleiter:in

Oder du machst gleich einen berufspädagogischen Master, der die pädagogische Weiterbildung ersetzt

Das liegt daran, dass Lehrkräfte an Berufsfachschulen oft auch rechtlich unter das Schulgesetz fallen, wo pädagogische Eignung vorgeschrieben ist.

Kurz und knapp:

Für die Lehre an Hochschulen reicht ein fachlich passender Masterabschluss (z. B. Hebammenwissenschaft).

Für die Lehre an Berufsfachschulen oder in der praktischen Ausbildung brauchst du zusätzliche pädagogische Qualifikationen – insbesondere, wenn du dauerhaft unterrichten oder auch Prüfungen abnehmen willst.

Fazit: Karriere als Hebamme

Der Beruf der Hebamme ist genauso vielseitig wie die Familien, die du begleitest. Ob du in der Klinik bleibst, freiberuflich arbeitest, dich spezialisierst, unterrichtest oder in die Leitung gehst – dein Beruf bietet dir viele Wege, dich weiterzuentwickeln.

Mit gezielten Weiterbildungen kannst du dein Wissen vertiefen, neue Rollen übernehmen und Schritt für Schritt deinen ganz persönlichen Karriereweg gestalten. Wichtig ist vor allem: Was begeistert dich? Was liegt dir? Wo möchtest du wachsen?

Viele Wege lassen sich auch berufsbegleitend gehen, sodass du deinen jetzigen Job erstmal problemlos weitermachen kannst. Und: Du musst nicht alles auf einmal entscheiden. Schon ein einzelner Kurs kann neue Perspektiven eröffnen.

FAQ

Wie viel Berufserfahrung brauche ich, um mich zu spezialisieren?

Für viele Spezialisierungen – wie z. B. Stillberatung, Akupunktur oder Aromatherapie – brauchst du keine jahrelange Berufserfahrung. Du kannst direkt nach dem Berufseinstieg starten. Bei komplexeren Feldern wie Familienhebamme oder psychosozialer Beratung sind 1–2 Jahre Erfahrung empfehlenswert.

Kann ich mich auch als Berufsanfänger:in selbstständig machen?

Ja, das ist möglich – allerdings brauchst du eine gute Vorbereitung. Viele starten z. B. mit Kursangeboten (Geburtsvorbereitung, Rückbildung) oder Wochenbettbetreuung. Achte darauf, dich auf die Herausforderungen der Selbstständigkeit vorzubereiten und nutze Beratungsangebote z. B. durch Hebammenverbände.

Reicht ein Bachelorabschluss, um in der Lehre zu arbeiten?

  • Für Hochschulen: Ein Bachelor allein reicht nicht – du brauchst mindestens einen Masterabschluss, z. B. in Hebammenwissenschaft.
  • Für Berufsfachschulen: Zusätzlich zum Master brauchst du eine pädagogische Zusatzqualifikation (z. B. "Pädagogik im Gesundheitswesen"), außer dein Master ist bereits pädagogisch ausgerichtet.

Welche Weiterbildung ist am besten für die Selbstständigkeit geeignet?

Das kommt auf deinen Schwerpunkt an! Häufig gewählt werden z. B.:

  • Still- und Laktationsberatung – für eine spezialisierte Begleitung nach der Geburt
  • Akupunktur oder Aromatherapie – zur Erweiterung deiner Angebote
  • Beckenboden- und Rückbildungstraining – für eigene Kurskonzepte

Wo finde ich passende Weiterbildungen?

Gute Anlaufstellen sind:

  • Hebammenverbände (z. B. DHV, Landesverbände)
  • Fachgesellschaften (z. B. EISL für Stillberatung, DÄGfA für Akupunktur)
  • Gesundheitsakademien oder Hochschulen mit Weiterbildungsprogrammen Tipp: Viele Kurse gibt’s inzwischen online oder berufsbegleitend – ideal, wenn du im Job bleiben möchtest.

Quellen

  1. Deutscher Hebammenverband e. V. (o. D.). Wie arbeiten Hebammen? Abgerufen am 8. April 2025, von https://hebammenverband.de/hebamme-werden-und-sein/wie-arbeiten-hebammen
  2. Deutscher Hebammenverband e. V. (o. D.). Wie bilde ich mich fort? Abgerufen am 8. April 2025, von https://hebammenverband.de/hebamme-werden-und-sein/wie-bilde-ich-mich-fort
  3. B.F.G. (o. D.). Fortbildungsangebote für Hebammen. Abgerufen am 8. April 2025, von https://www.bfg-kray.de/fortbildungsangebote-fuer-hebammen

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