Wie kann man Pflege studieren?
Veröffentlicht am 13.05.2026

In der Pflege gibt es Master- und Bachelorstudiengänge. Bildquelle: Canva.com
Die Pflege hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während früher vor allem die klassische Ausbildung im Mittelpunkt stand, gibt es heute zahlreiche Studienmöglichkeiten, die neue Karrierewege eröffnen. Ein Studium im Pflegebereich ist inzwischen fest etabliert und bietet sowohl Schulabgehenden als auch Berufstätigen attraktive Perspektiven – von der direkten Patientenversorgung bis hin zu leitenden oder pädagogischen Tätigkeiten. Doch welche Wege führen eigentlich in ein Pflegestudium? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, und welche Möglichkeiten gibt es, Pflege auch berufsbegleitend oder ohne vorherige Ausbildung zu studieren?
Wege ins Pflegestudium
Ein Studium in der Pflege ist heute auf mehreren Wegen möglich. Welche Form die richtige ist, hängt vor allem von der eigenen Lebenssituation und den beruflichen Zielen ab.
| Studienform | Für wen geeignet | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Vollzeitstudium | Schulabgänger:innen | Fokus auf Theorie + Praxisphasen |
| Duales Studium | Einsteiger:innen ohne Ausbildung | Vergütung + praktische Ausbildung |
| Berufsbegleitend | Berufstätige in der Pflege | Flexible Zeiten, hohe Eigenorganisation |
| Fernstudium | Berufstätige / Eltern | Ortsunabhängig, meist online |
- Vollzeitstudium: Das klassische Vollzeitstudium richtet sich vor allem an Schulabgänger:innen. Es vermittelt die theoretischen Grundlagen der Pflege und wird häufig durch Praxisphasen ergänzt. Wer direkt nach dem Abitur studieren möchte, findet hier einen strukturierten Einstieg.
- Duales Studium: Besonders verbreitet ist inzwischen das duale Studium. Hier werden Studium und praktische Ausbildung miteinander kombiniert. Studierende arbeiten parallel in einer Pflegeeinrichtung und sammeln von Anfang an praktische Erfahrung. Gleichzeitig erhalten sie eine Vergütung, was das Studium finanziell attraktiver macht.
- Berufsbegleitendes Studium: Eine weitere Möglichkeit ist es, berufsbegleitend Pflege zu studieren. Dieses Modell eignet sich vor allem für Menschen, die bereits im Pflegeberuf tätig sind. Die Studieninhalte werden in Teilzeit vermittelt, häufig ergänzt durch Online-Phasen oder Blockveranstaltungen. Dadurch lässt sich das Studium mit dem Beruf vereinbaren, auch wenn dies ein hohes Maß an Organisation erfordert.
- Fernstudium: Auch ein Fernstudium stellt eine flexible Alternative dar. Hier erfolgt ein Großteil des Lernens ortsunabhängig, was insbesondere für Personen mit familiären Verpflichtungen oder wechselnden Arbeitszeiten interessant ist.
Studieninhalte und Fachrichtungen
Die Frage, was man in der Pflege studieren kann, lässt sich heute sehr vielseitig beantworten. Pflege ist längst nicht mehr nur auf die direkte Versorgung beschränkt, sondern umfasst zahlreiche Spezialisierungen.
Zu den häufigsten Studienrichtungen gehören Pflegewissenschaft, Pflegemanagement und Pflegepädagogik. Während sich Pflegewissenschaft stärker mit Forschung und Theorie beschäftigt, steht im Pflegemanagement die Organisation von Einrichtungen im Vordergrund. Pflegepädagogik hingegen bereitet auf eine Tätigkeit in der Aus- und Weiterbildung vor.
Typische Inhalte eines Pflegestudiums sind:
- Medizinische und pflegerische Grundlagen
- Pflegeprozesse und -planung
- Kommunikation mit Patient:innen
- Rechtliche und ethische Fragestellungen
- Organisation und Management

Anna Liebig
Praxia KarriereberaterinUnsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt
Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
- Wir finden passende Jobs für dich
- Schneller Rückruf
Welche Voraussetzungen braucht man, um Pflege zu studieren?
Die Voraussetzungen für ein Studium in der Pflege unterscheiden sich je nach Hochschule und Studienform. In den meisten Fällen wird eine Hochschulzugangsberechtigung benötigt, also Abitur oder Fachhochschulreife.
Darüber hinaus sind persönliche Fähigkeiten entscheidend. Die Arbeit im Pflegebereich erfordert nicht nur fachliches Interesse, sondern auch soziale Kompetenz, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Wichtige Voraussetzungen sind:
- (Fach-)Abitur oder vergleichbarer Abschluss
- Interesse an Gesundheit und Medizin
- Empathie und Kommunikationsfähigkeit
- Physische und psychische Belastbarkeit
Ein Studium ist auch ohne vorherige Ausbildung möglich. Insbesondere duale Studiengänge verbinden Studium und Ausbildung, sodass kein zusätzlicher Abschluss erforderlich ist. In einigen Fällen können auch berufliche Qualifikationen den Zugang ermöglichen.
Wie lange dauert etwa das Studium der Pflegepädagogik?
Die Dauer eines Pflegestudiums hängt vom gewählten Modell ab. Ein Bachelorstudium umfasst in der Regel sechs bis acht Semester, also etwa drei bis vier Jahre. Duale Studiengänge bewegen sich in einem ähnlichen Zeitraum, da sie Theorie und Praxis kombinieren.
Berufsbegleitende Studiengänge dauern oft länger, da sie in Teilzeit absolviert werden. Hier kann sich die Studiendauer auf vier bis fünf Jahre verlängern.
Ein spezieller Bereich ist die Pflegepädagogik. Wer in die Lehre gehen möchte, benötigt in der Regel:
- Bachelorstudium (ca. 6–7 Semester)
- Masterstudium (zusätzlich 3–4 Semester)
Damit ergibt sich eine Gesamtstudienzeit von mehreren Jahren, die jedoch gute berufliche Perspektiven eröffnet.
Wie hoch ist das Gehalt bei einem dualen Studium der Pflege?
Ein großer Vorteil des dualen Studiums ist die finanzielle Absicherung. Studierende erhalten während ihrer praktischen Tätigkeit eine Vergütung, die sich meist an tariflichen Regelungen orientiert.
Das Gehalt steigt im Verlauf des Studiums an und liegt typischerweise im Bereich einer Ausbildungsvergütung. Es bietet zwar kein volles Einkommen, ermöglicht aber eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit. Ein reguläres Gehalt wird in der Pflege jedoch in der Regel nur im dualen Studium gezahlt. In klassischen Vollzeit- oder Fernstudiengängen erhalten Studierende üblicherweise keine Vergütung und müssen ihr Studium selbst finanzieren oder durch Nebentätigkeiten unterstützen.
Kosten eines Pflegestudiums
Die Kosten für ein Pflegestudium variieren stark. An staatlichen Hochschulen fallen in der Regel nur Semesterbeiträge an, die vergleichsweise niedrig sind.
Anders sieht es bei privaten Hochschulen aus. Hier können monatliche Studiengebühren anfallen, die sich über die gesamte Studiendauer summieren.
Typische Kostenbereiche:
- Staatliche Hochschulen: niedrige Semesterbeiträge
- Private Hochschulen: mehrere hundert Euro monatlich
- Fernstudium: mehrere tausend Euro insgesamt
Besonders ein Fernstudium der Pflege oder ein Studium der Pflegepädagogik an privaten Einrichtungen kann kostenintensiv sein. Es lohnt sich daher, verschiedene Angebote zu vergleichen.
Dauer und Kosten im Überblick
Die Studiendauer und die Kosten hängen stark vom gewählten Modell ab. Während staatliche Studiengänge oft günstiger sind, können private Anbieter:innen deutlich höhere Gebühren verlangen.
| Studienform | Dauer | Kosten |
|---|---|---|
| Vollzeitstudium | 6-8 Semester | Semesterbeitrag |
| Duales Studium | 3-4 Jahre | meist kostenfrei + Gehalt |
| Berufsbegleitend | 4-5 Jahre | abhängig von Anbieter:innen |
| Fernstudium | flexibel | mehrere tausend Euro gesamt |
Perspektiven nach dem Studium
Ein Pflegestudium eröffnet zahlreiche berufliche Möglichkeiten. Neben der klassischen Pflegepraxis stehen auch neue Tätigkeitsfelder offen.
Absolvent:innen können beispielsweise:
- Leitungsfunktionen übernehmen
- in der Aus- und Weiterbildung tätig werden
- im Qualitätsmanagement arbeiten
- beratende oder organisatorische Aufgaben übernehmen
Auch Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung sind möglich, insbesondere mit weiterführenden Abschlüssen.
Weiterführende Studienmöglichkeiten
Nach einem Bachelorabschluss besteht die Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen. Dadurch lassen sich die eigenen Kenntnisse vertiefen und zusätzliche Karrierewege erschließen.
Mögliche Studienrichtungen sind:
- Pflegewissenschaft
- Pflegemanagement
- Pflegepädagogik
- Gesundheitsmanagement
Ein Masterabschluss kann insbesondere für Führungspositionen oder Tätigkeiten in der Lehre erforderlich sein.
Fazit: Das Pflegestudium als Zukunftschance
Ein Studium im Bereich Pflege bietet heute vielfältige Möglichkeiten und flexible Wege in einen zukunftssicheren Beruf. Ob dual, berufsbegleitend oder im Fernstudium – die Studienangebote sind breit gefächert und lassen sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen.
Durch die zunehmende Akademisierung gewinnt die Pflege an Bedeutung und eröffnet neue berufliche Perspektiven. Wer Interesse an medizinischen Themen, sozialer Arbeit und Verantwortung hat, findet im Pflegestudium eine vielseitige und langfristig attraktive Option.
Die häufigsten Fragen zum Studium in der Pflege
Kann man Pflege auch ohne Abitur studieren?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen ist das möglich. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung kann ein Hochschulzugang auch ohne Abitur erfolgen. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule.
Wie anspruchsvoll ist ein Pflegestudium?
Ein Pflegestudium kombiniert theoretisches Wissen mit praktischen Anforderungen. Neben medizinischen Inhalten spielen auch wissenschaftliches Arbeiten und Organisation eine Rolle. Wer Interesse am Fach hat und strukturiert arbeitet, kann das Studium gut bewältigen.
Lohnt sich ein Studium gegenüber der Ausbildung?
Ein Studium eröffnet zusätzliche Karrierewege, etwa in Leitung, Lehre oder Management. Es kann langfristig bessere Aufstiegschancen und oft auch ein höheres Gehalt ermöglichen. Die klassische Ausbildung bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger und praxisnaher Einstieg.
Wie hoch sind die Chancen auf einen Studienplatz?
Die Chancen sind in vielen Bereichen der Pflege gut, da Fachkräfte stark nachgefragt werden. Dennoch kann es je nach Hochschule und Studiengang Zulassungsbeschränkungen geben. Eine frühzeitige Bewerbung erhöht die Chancen deutlich.
Kann man während des Pflegestudiums arbeiten?
Ja, insbesondere bei berufsbegleitenden Studiengängen oder im dualen Studium ist das vorgesehen. Auch im Vollzeitstudium sind Nebenjobs möglich, sofern sie sich mit dem Studienaufwand vereinbaren lassen.
In welchen Bereichen kann man nach einem Pflegestudium später arbeiten?
Nach dem Studium stehen zahlreiche Einsatzfelder offen, von der direkten Pflege bis hin zu Organisation, Lehre oder Forschung. Die genaue Richtung hängt stark vom gewählten Studiengang und individuellen Interessen ab.
Wie hoch sind die Kosten für ein Fernstudium der Pflege?
Die Kosten für ein Fernstudium können je nach Anbieter und Studiengang stark variieren. In vielen Fällen liegen sie insgesamt im Bereich von mehreren tausend Euro. Monatliche Gebühren zwischen etwa 150 und 400 Euro sind dabei keine Seltenheit.
Wie viel kostet ein Studium der Pflegepädagogik?
Die Kosten hängen davon ab, ob das Studium an einer staatlichen oder privaten Hochschule absolviert wird. Während staatliche Angebote meist nur Semesterbeiträge erheben, können private Studiengänge mehrere hundert Euro pro Monat kosten. Insgesamt können so mehrere tausend Euro anfallen.
Wie lange dauert es, Pflege zu studieren?
Ein Bachelorstudium in der Pflege dauert in der Regel zwischen sechs und acht Semestern. Je nach Studienform, etwa berufsbegleitend, kann sich die Dauer verlängern. Für spezialisierte Bereiche wie Pflegepädagogik kommt häufig noch ein Masterstudium hinzu.
Was kann man alles in der Pflege studieren?
Das Studienangebot ist vielseitig und umfasst verschiedene Fachrichtungen. Dazu gehören unter anderem Pflegewissenschaft, Pflegemanagement und Pflegepädagogik. Je nach Schwerpunkt ergeben sich unterschiedliche berufliche Perspektiven.
Was kann man nach einem Pflegestudium weiter studieren?
Nach einem Bachelorabschluss stehen verschiedene Masterstudiengänge zur Auswahl. Besonders verbreitet sind Vertiefungen in Pflegewissenschaft, Management oder Pädagogik. Diese ermöglichen den Einstieg in Führungspositionen oder in die Lehre.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
- Bundesanzeiger Verlag (2023). Verordnung zur Durchführung des Pflegeberufegesetzes [Internet]. Berlin: 2023, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2023/359/VO.html
- Pflegeausbildung.net (2024). Pflegestudium – Voraussetzungen und Möglichkeiten [Internet]. Berlin: 2024, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegeausbildung.net/pflegestudium/
- Pflegeausbildung.net (2024). Übersicht der Studiengänge im Pflegestudium [Internet]. Berlin: 2024, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegeausbildung.net/pflegestudium/uebersicht-der-studiengaenge/
- Pflegekammer Rheinland-Pfalz (2024). Studium in der Pflege [Internet]. Mainz: 2024, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://pflegekammer-rlp.de/pflegebildung/studium/
- Pflegestudium.de (2024). Pflegestudium – Informationen und Möglichkeiten [Internet]. o. O.: 2024, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegestudium.de
- Rechtsdepesche (2024). Pflege studieren statt Ausbildung – Überblick [Internet]. o. O.: 2024, abgerufen am 14. April 2026, Verfügbar unter: https://www.rechtsdepesche.de/pflege-studieren-statt-ausbildung-ueberblick/










