Hämorrhoiden: Ursachen und schnelle Hilfe
Veröffentlicht am 06.05.2026

Hämorrhoiden können in leichten Stadien wieder verschwinden. Bildquelle: Canva.com
Du hast Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen oder ein unangenehmes Druckgefühl im Analbereich? Dann könnten Hämorrhoiden dahinterstecken, ein Thema, über das viele ungern sprechen, das aber sehr häufig vorkommt. Wichtig ist: Du bist damit nicht allein und kannst aktiv etwas dagegen tun. Hier erfährst du, woran du Hämorrhoiden erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wie du sie schnell und effektiv behandeln kannst.
Was sind Hämorrhoiden und wie entstehen sie?
Hämorrhoiden hat jeder Mensch, sie sind ganz natürlich und erfüllen sogar eine wichtige Funktion. Dabei handelt es sich um gut durchblutete Gefäßpolster im Enddarm, die gemeinsam mit dem Schließmuskel dafür sorgen, dass der After dicht hält. Probleme entstehen erst dann, wenn sich diese Gefäßpolster vergrößern oder entzünden. Genau dann spricht man im Alltag von „Hämorrhoiden“.
Wie entstehen vergrößerte Hämorrhoiden?
Die Ursachen sind vielfältig, hängen aber häufig mit deinem Alltag zusammen. Ein zentraler Faktor ist starkes Pressen beim Stuhlgang, zum Beispiel durch Verstopfung. Wenn du regelmäßig lange auf der Toilette sitzt oder stark drückst, erhöht sich der Druck auf die Gefäße, sie weiten sich aus und können anschwellen. Auch Bewegungsmangel, eine ballaststoffarme Ernährung und zu wenig Flüssigkeit begünstigen diese Entwicklung.
Zusätzlich können Übergewicht, langes Sitzen (zum Beispiel im Büro), schwere körperliche Belastung oder eine Schwangerschaft das Risiko erhöhen.

Anna Liebig
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Wie erkenne ich die Symptome von Hämorrhoiden?
Es ist wichtig, dass du die typischen Hämorrhoiden Symptome früh erkennst, um rechtzeitig reagieren zu können. Achte besonders auf folgende Anzeichen:
- Juckreiz im Analbereich
Du spürst ein anhaltendes oder wiederkehrendes Jucken, das ist oft eines der ersten Warnsignale. - Brennen oder Reizung
Die Haut rund um den After fühlt sich wund oder gereizt an, besonders nach dem Stuhlgang. - Hellrotes Blut beim Toilettengang
Wenn Hämorrhoiden bluten, siehst du meist frisches, hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder am Stuhl. - Nässen oder Schleimabgang
Du bemerkst Feuchtigkeit im Analbereich, die auch zu Hautreizungen führen kann. - Fremdkörper- oder Druckgefühl
Es fühlt sich so an, als wäre „etwas im Weg“, besonders beim Sitzen oder nach dem Toilettengang. - Schmerzen (meist erst später)
Leichte Hämorrhoiden verursachen oft keine Schmerzen. Diese treten eher bei fortgeschrittenen Stadien oder Entzündungen auf. - Tastbare oder sichtbare Knoten
In späteren Stadien kannst du kleine Knoten am After fühlen oder sehen, die sich manchmal zurückschieben lassen.
Hämorrhoiden oder etwas anderes?
Beschwerden im Analbereich fühlen sich oft ähnlich an, trotzdem können ganz unterschiedliche Ursachen dahinterstecken. Damit du besser einschätzen kannst, was bei dir vorliegt, hilft ein direkter Vergleich der häufigsten Erkrankungen:
| Merkmal | Hämorrhoiden | Analthrombose | Analriss (Fissur) |
|---|---|---|---|
| Entstehung | Entwickeln sich langsam über längere Zeit | Treten plötzlich auf (oft innerhalb weniger Stunden) | Meist durch harten Stuhl oder Pressen |
| Schmerzen | Anfangs kaum, später möglich | Stark und plötzlich | Sehr stark, stechend beim Stuhlgang |
| Blutung | Häufig, hellrotes Blut | Selten | Möglich, meist mit Schmerzen verbunden |
| Tastbarer Knoten | Manchmal, weich und zurückschiebbar | Ja, prall, fest und sehr schmerzhaft | Nein |
| Juckreiz/Nässen | Häufig | Eher selten | Selten |
| Verlauf | Chronisch oder wiederkehrend | Akut, kann sich nach Tagen bessern | Kann länger bestehen bleiben |
Du fragst dich: Wie unterscheidet man Analthrombose von Hämorrhoiden? Der größte Unterschied liegt im Verlauf: Während Hämorrhoiden schleichend entstehen und oft zunächst nur leichte Beschwerden verursachen, macht sich eine Analthrombose plötzlich durch starke Schmerzen bemerkbar.
Hämorrhoiden behandeln: Was hilft dir wirklich?
Wenn du Hämorrhoiden behandeln willst, kommt es darauf an, wie stark deine Beschwerden sind. Die gute Nachricht: In vielen Fällen kannst du selbst schon viel erreichen. Hier findest du die wirksamsten Maßnahmen:
- Ernährung und Verdauung verbessern (Basis & wichtigste Maßnahme)
Sorge für weichen Stuhl, damit du nicht pressen musst. Iss ballaststoffreich (z.B. Gemüse, Vollkornprodukte), trinke ausreichend Wasser und bewege dich regelmäßig. Das ist die effektivste Grundlage, um Beschwerden zu lindern und neuen Problemen vorzubeugen. - Richtiges Toilettenverhalten
Vermeide starkes Pressen und langes Sitzen auf der Toilette. Geh nur, wenn du wirklich musst, und nimm dir Zeit, aber ohne Druck. Das reduziert die Belastung auf die Gefäße erheblich. - Akute Linderung mit Hämorrhoiden Salbe oder Zäpfchen
Eine gute Hämorrhoiden Salbe kann Juckreiz, Brennen und Entzündungen schnell lindern.
- Kühlen und Sitzbäder
Lauwarme Sitzbäder oder vorsichtiges Kühlen können helfen, Schwellungen zu reduzieren. - Bewegung und Alltag anpassen
Vermeide langes Sitzen, steh regelmäßig auf und bring mehr Bewegung in deinen Alltag. Das entlastet die Gefäße im Beckenbereich. - Hausmittel gezielt einsetzen
Feuchtes Toilettenpapier ohne Duftstoffe, sanfte Reinigung und ggf. natürliche Zusätze wie Kamille können unterstützend wirken, aber ersetzen keine Behandlung. - Realistische Erwartungen haben
Versprechen wie „Hämorrhoiden in 3 Tagen weg“ klingen verlockend, sind aber selten realistisch. Erste Verbesserungen sind möglich, eine vollständige Rückbildung braucht jedoch meist mehr Zeit.
Wenn sich deine Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht bessern oder stärker werden, solltest du ärztlichen Rat einholen.
Können Hämorrhoiden von allein wieder weggehen?
Leichte Hämorrhoiden können sich tatsächlich von selbst zurückbilden, vor allem wenn du die Ursachen aktiv angehst. Wenn du zum Beispiel deine Ernährung umstellst, ausreichend trinkst, Pressen vermeidest und mehr Bewegung in deinen Alltag bringst, können die Gefäßpolster wieder abschwellen und die Beschwerden nachlassen. Wichtig ist aber: Das passiert meist nur in frühen Stadien und auch nicht über Nacht.
Für dich bedeutet das: Warte nicht einfach ab, sondern unterstütze deinen Körper aktiv. So erhöhst du die Chance, dass sich die Beschwerden schnell bessern und nicht chronisch werden.
Was sollte man bei Hämorrhoiden nicht tun?
Um deine Beschwerden nicht zu verschlimmern, solltest du bestimmte Fehler unbedingt vermeiden. Die folgende Übersicht zeigt dir klar, was du lieber unterlässt und warum:
| Das solltest du vermeiden | Warum es problematisch ist |
|---|---|
| Zu starkes oder aggressives Abwischen | Reizt die empfindliche Haut zusätzlich und kann Entzündungen verstärken |
| Duftstoffe und feuchtes Toilettenpapier mit Zusätzen | Können Allergien oder Hautreizungen auslösen |
| Enge, luftundurchlässige Kleidung | Fördert Feuchtigkeit und Reibung im Analbereich |
| Schwere körperliche Belastung (z.B. schweres Heben) | Erhöht den Druck im Bauchraum und belastet die Gefäße zusätzlich |
| Juckreiz durch Kratzen „behandeln“ | Führt zu kleinen Verletzungen und verschlimmert die Beschwerden |
| Selbstmedikation ohne Grenzen | Dauerhafte Nutzung von Cremes ohne Diagnose kann Symptome verschleiern |
| Warnsignale ignorieren | Anhaltende Beschwerden oder Blutungen sollten immer abgeklärt werden |
| Scham vor dem Arztbesuch | Verzögert die richtige Diagnose und Behandlung unnötig |
Diese Punkte helfen dir, typische Verschlimmerungen zu vermeiden und den Heilungsprozess nicht unbewusst zu behindern.
Welcher Arzt ist Spezialist für Hämorriden?
Du solltest deine Beschwerden nicht zu lange selbst behandeln, sondern ärztlich abklären lassen, wenn sie anhalten oder sich verschlimmern. Spätestens dann ist es sinnvoll, einen Spezialisten aufzusuchen.
Häufig stellt sich dabei die Frage: Ist ein Proktologe für Hämorrhoiden zuständig? Ja, genau dieser Facharzt ist auf Erkrankungen im Enddarmbereich spezialisiert. Alternativ kann dich auch dein Hausarzt zunächst untersuchen und bei Bedarf überweisen.
Besonders wichtig ist ein Arztbesuch, wenn Hämorrhoiden bluten, die Schmerzen stärker werden oder du Knoten bemerkst, die sich nicht zurückbilden. Auch wenn du unsicher bist, ob es sich wirklich um Hämorrhoiden handelt (z.B. wegen ähnlicher Beschwerden wie bei einer Analthrombose), solltest du das abklären lassen.
Behandlungsmöglichkeiten bei Hämorrhoiden
Wenn einfache Maßnahmen nicht mehr ausreichen, gibt es verschiedene medizinische Verfahren, um Hämorrhoiden gezielt zu behandeln. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Stadium und deinen Beschwerden ab. Hier findest du die gängigen Optionen:
- Operative Entfernung (Hämorrhoidektomie)
Die effektivste und dauerhafteste Lösung bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden. Dabei werden die vergrößerten Gefäßpolster chirurgisch entfernt. - Stapler-Methode (Klammertechnik)
Eine moderne OP-Technik, bei der das Gewebe nach innen verlagert und fixiert wird. Weniger Schmerzen als bei der klassischen OP, aber nicht für alle Formen geeignet. - Gummibandligatur
Sehr häufig eingesetzte Methode bei mittleren Stadien. Dabei wird ein kleines Gummiband um die Hämorrhoide gelegt, sodass sie abstirbt und nach einigen Tagen abfällt. Effektiv, schnell und meist ambulant durchführbar. - Sklerosierung (Verödung)
Hier wird eine Lösung in die Hämorrhoide gespritzt, die das Gewebe schrumpfen lässt. Gut geeignet für frühe Stadien, allerdings manchmal mehrere Sitzungen nötig. - Infrarot- oder Lasertherapie
Moderne Verfahren, die das Gewebe durch Hitze verkleinern. Schonend und relativ schmerzarm, aber eher bei kleineren Hämorrhoiden wirksam.
Besonderer Fall: Hämorrhoiden in der Schwangerschaft
Hämorrhoiden treten in der Schwangerschaft häufiger auf, vor allem durch den erhöhten Druck im Bauchraum, hormonelle Veränderungen und eine oft trägere Verdauung. Für dich wichtig: In den meisten Fällen sind sie unangenehm, aber harmlos und gut behandelbar.
Die Behandlung erfolgt möglichst schonend. Häufig hilft eine angepasste Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und sanfte Pflege. Auch bestimmte Salben können eingesetzt werden, allerdings solltest du diese immer vorher ärztlich abklären.
Viele fragen sich: Was macht der Frauenarzt bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft? In der Regel beurteilt er die Beschwerden, empfiehlt geeignete Maßnahmen und überweist dich bei Bedarf an Spezialist:innen. Operative Eingriffe werden während der Schwangerschaft möglichst vermieden und nur in Ausnahmefällen durchgeführt. Nach der Geburt können sich Hämorrhoiden oft wieder zurückbilden, besonders, wenn du frühzeitig gegensteuerst.
Fazit: Diese Infos solltest du über Hämorrhoiden mitnehmen
Hämorrhoiden sind weit verbreitet und in den meisten Fällen gut behandelbar, vor allem, wenn du früh aktiv wirst. Achte auf typische Symptome, nimm Beschwerden ernst und unterstütze deinen Körper durch eine angepasste Lebensweise. Viele Maßnahmen kannst du selbst umsetzen, doch bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden solltest du nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. So lassen sich Probleme meist schnell und effektiv in den Griff bekommen.
Häufige Fragen zu Hämorrhoiden
Müssen Hämorrhoiden immer operiert werden?
Nein, in den meisten Fällen ist keine Operation notwendig. Leichte bis mittlere Hämorrhoiden lassen sich oft gut mit konservativen Maßnahmen wie Salben, Ernährung und minimalinvasiven Methoden behandeln.
Wie lange dauert es, bis Hämorrhoiden verschwinden?
Das hängt vom Stadium ab. Leichte Beschwerden können sich innerhalb weniger Tage bis Wochen bessern, während fortgeschrittene Hämorrhoiden länger bestehen bleiben oder behandelt werden müssen.
Sind Hämorrhoiden gefährlich?
In der Regel sind Hämorrhoiden harmlos, auch wenn sie unangenehm sind. Wichtig ist jedoch, Blutungen oder ungewöhnliche Symptome abklären zu lassen, da auch andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können.
Kann ich Hämorrhoiden komplett heilen?
Eine vollständige Heilung ist meist nur durch medizinische Eingriffe möglich. Viele Behandlungen lindern jedoch effektiv die Beschwerden und verhindern ein Fortschreiten der Veränderung.
Wie kann ich Hämorrhoiden langfristig vorbeugen?
Eine gesunde Verdauung ist entscheidend: ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung helfen, den Druck beim Stuhlgang zu reduzieren. So kannst du das Risiko für neue Beschwerden deutlich senken.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
- AMBOSS SE, Kapitel: Hämorrhoiden und Hämorrhoidalleiden; Kapitel zuletzt aktualisiert am 17.02.2026, Stand: 13.04.2026; https://next.amboss.com/de/article/c30ahf?q=h%C3%A4morrhoiden+und+h%C3%A4morrhoidalleiden
- DocCheck Flexikon, Dr. rer. nat. Fabienne Reh et. al., Hämorrhoiden; aufgerufen am 13.04.2026 von https://flexikon.doccheck.com/de/H%C3%A4morrhoiden
- Christian Gingert, Cornelia Frei-Lanter, Michel Adamina, Proktologie in Praxis und Notaufnahme/Für Ärzte aller Fachrichtungen (2018), S.39 -49
- DoktorABC, Hämorrhoiden in der Schwangerschaft; aufgerufen am 13.04.2026 von https://www.doktorabc.com/de/allgemeine-medizin/hamorrhoiden/hamorrhoiden-schwangerschaft?af=go21&ad_id=700758817651&cmp_id=20385415830&grp_id=151428445853&utm_source=Google&utm_medium=cpc&utm_term=&utm_campaign=DE+-+BCS+-+Antibaby+Dynamic+Ads&hsa_acc=4463884766&hsa_cam=20385415830&hsa_grp=151428445853&hsa_ad=700758817651&hsa_src=g&hsa_tgt=dsa-19959388920&hsa_kw=&hsa_mt=&hsa_net=adwords&hsa_ver=3&gad_source=1&gad_campaignid=20385415830&gbraid=0AAAAAC_rAz5PFLi4hMh8Tq0a8MW-x1SrI&gclid=Cj0KCQjwqPLOBhCiARIsAKRMPZpQ8PEhZ8WI39w0XAKFiyhzUJZ7RanIMKptUrgyHVG1Z-sjWlU4NUcaAvAEEALw_wcB
- DocCheck Flexikon, Simon Schuckel et. al., Perianalthrombose; aufgerufen am 13.04.2026 von https://flexikon.doccheck.com/de/Perianalthrombose
- DocCheck Flexikon, Dr. Frank Antwerpes et. al., Analfissur; aufgerufen am 13.04.2026 von https://flexikon.doccheck.com/de/Analfissur










