Was versteht man unter Durchblutungsstörungen?
Veröffentlicht am 16.05.2026

Durchblutungsstörungen können unter anderem mit Diabetes zusammenhängen. Bildquelle: Canva.com
Durchblutungsstörungen sind ein Thema, mit dem du im Pflegealltag immer wieder konfrontiert wirst. Gerade bei älteren oder chronisch kranken Menschen spielen sie eine zentrale Rolle, da sie oft schleichend beginnen und lange unbemerkt bleiben. Umso wichtiger ist es deshalb, dass du typische Anzeichen frühzeitig erkennst und richtig einordnen kannst.
Was sind Durchblutungsstörungen?
Medizinisch gesehen liegt eine Durchblutungsstörung vor, wenn Gewebe oder Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Das bedeutet konkret, dass Sauerstoff und wichtige Nährstoffe nicht mehr in ausreichender Menge dort ankommen, wo sie benötigt werden. Gefäßverengungen, etwa durch Arteriosklerose, sind häufig die Ursache, aber auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen können verantwortlich sein.

Durchblutungsstörungen in den Beinen: Häufig und oft unterschätzt
Durchblutungsstörungen treten besonders häufig in den Beinen auf. Vielleicht hast du schon erlebt, dass Patient:innen über Schmerzen beim Gehen klagen, die in Ruhe wieder verschwinden. Dieses typische Beschwerdebild wird auch als „Schaufensterkrankheit“ (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) bezeichnet.
Wie äußern sich Durchblutungsstörungen in den Beinen? In der Praxis äußern sich Durchblutungsstörungen in den Beinen häufig zunächst unspezifisch. Betroffene berichten von kalten Füßen, einem Taubheitsgefühl oder einem unangenehmen Kribbeln. Im weiteren Verlauf können Schmerzen, insbesondere in den Waden, hinzukommen.
Viele Betroffene beschreiben dieses Gefühl als ziehend oder krampfartig. Gerade bei Belastung, also beim Gehen, verstärken sich die Beschwerden. Sobald die Betroffenen stehen bleiben, lassen die Schmerzen nach. Als Pflegekraft solltest du dieses Muster ernst nehmen.

Anna Liebig
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Durchblutungsstörungen im Kopf und Nacken erkennen
Nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf kann betroffen sein. Durchblutungsstörungen im Gehirn sind besonders kritisch, da sie im schlimmsten Fall einen Schlaganfall auslösen können.
Welche Symptome treten bei Durchblutungsstörungen im Nacken auf? Typische Symptome sind Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme. Einige Patient:innen berichten auch von Sehstörungen oder einem allgemeinen Unsicherheitsgefühl.
Durchblutungsstörungen im Nackenbereich zeigen sich häufig etwas anders. Verspannungen, ein Druckgefühl im Hinterkopf oder Schwindel bei bestimmten Kopfbewegungen stehen hier im Vordergrund. Auch ausstrahlende Schmerzen in die Schultern und Arme sind möglich. Gerade diese Beschwerden werden im Pflegealltag oft als muskuläre Probleme abgetan, weshalb es wichtig ist, sie genau zu betrachten.
Allgemeine Symptome von Durchblutungsstörungen
Unabhängig von der betroffenen Region gibt es einige typische Warnsignale, die du kennen solltest:
- Kribbeln oder Taubheit
- Kältegefühl
- Schmerzen
- Blasse oder verfärbte Haut
- Muskelschwäche
Interessanterweise können sich Durchblutungsstörungen sogar an den Fingernägeln zeigen. Doch wie genau sehen Fingernägel bei Durchblutungsstörungen aus? Wenn das Nagelbett nicht ausreichend durchblutet wird, erscheinen die Nägel oft blass oder bläulich verfärbt. Zudem wachsen sie langsamer, wirken brüchig oder zeigen feine Rillen. In manchen Fällen können sie auch dünner oder unregelmäßig geformt sein. Solche Veränderungen fallen im Pflegealltag oft nebenbei auf und können wichtige Hinweise auf eine gestörte Durchblutung liefern.
Durchblutungsstörungen: Selbsttest und Beobachtung
Auch wenn die endgültige Diagnose immer durch einen Arzt gestellt wird, kannst du durch einfache Beobachtungen erste Hinweise gewinnen. Ein einfacher Selbsttest kann erste Anhaltspunkte liefern:
- Hebe die Beine an und beobachte die Hautfarbe.
- Senke sie anschließend wieder ab.
- Bleibt die Haut blass oder färbt sie sich erst nach einiger Zeit rötlich, kann eine Durchblutungsstörung vorliegen.
Ebenso kann das Tasten des Pulses an Füßen oder Händen Aufschluss geben. Ist er schwach oder kaum tastbar, sollte dies weiter abgeklärt werden.
Kann man Durchblutungsstörungen im Blutbild sehen?
Durchblutungsstörungen lassen sich nicht direkt im Blutbild nachweisen. Dennoch stellt sich im Pflegealltag häufig die Frage: Welche Blutwerte sind bei Durchblutungsstörungen erhöht?
Tatsächlich gibt es bestimmte Laborwerte, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Dazu gehören vor allem erhöhte Cholesterinwerte, insbesondere LDL-Cholesterin, sowie erhöhte Triglyceride. Auch ein erhöhter Blutzuckerwert oder ein auffälliger HbA1c-Wert sind wichtig, da Diabetes ein zentraler Risikofaktor ist. Zusätzlich können erhöhte Entzündungswerte wie CRP auf zugrunde liegende Prozesse hinweisen.
Therapie: Was verschreibt der Arzt bei Durchblutungsstörungen?
Die Behandlung richtet sich stets nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. In vielen Fällen kommen Medikamente zum Einsatz, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern oder die Gefäße erweitern. Häufig verordnete Medikamente sind:
- Blutverdünner (z. B. ASS)
- Gefäßerweiternde Medikamente
- Cholesterinsenkende Mittel
- Schmerzmittel
In schwereren Fällen können interventionelle oder operative Maßnahmen erforderlich sein, wie beispielsweise das Aufdehnen verengter Gefäße oder das Anlegen eines Bypasses.
Was hilft schnell gegen Durchblutungsstörungen?
Du kannst im Pflegealltag aktiv dazu beitragen, die Durchblutung zu fördern. Dabei spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Schon regelmäßiges Gehen kann die Beschwerden deutlich lindern. Auch einfache Maßnahmen wie das Hochlagern der Beine oder Wechselduschen können unterstützend wirken.
Massagen regen die Durchblutung zusätzlich an, ebenso wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wichtig ist jedoch immer, den individuellen Zustand der Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen.
Wie gehen Durchblutungsstörungen wieder weg?
Ob Durchblutungsstörungen vollständig verschwinden, hängt von ihrer Ursache ab. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden jedoch deutlich lindern. Eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Bewegung und Anpassung des Lebensstils führt häufig zu einer spürbaren Verbesserung.
Für dich als Pflegekraft bedeutet das vor allem, dass kontinuierliche Beobachtung, Motivation und Unterstützung im Alltag entscheidend für den Behandlungserfolg sind.
Bedeutung für deinen Pflegealltag
Durchblutungsstörungen entwickeln sich oft schleichend. Als Pflegekraft bist du den Patient:innen nah und bemerkst Veränderungen häufig als Erste. Für dich ist es entscheidend:
- Symptome frühzeitig zu erkennen
- Veränderungen zu dokumentieren
- Patienten zur Bewegung zu motivieren
- Risikofaktoren zu minimieren
Besonders bei älteren oder immobilen Menschen ist das Risiko für Durchblutungsstörungen erhöht.
Wenn du Symptome frühzeitig erkennst, dokumentierst und weitergibst, leistest du einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Komplikationen. Gleichzeitig kannst du durch einfache Maßnahmen aktiv zur Verbesserung der Durchblutung beitragen.
Fazit
Durchblutungsstörungen gehören oft zu komplexen Erkrankungen, die verschiedene Körperregionen wie die Beine, die Arme oder den Kopf betreffen können. Sie äußern sich durch vielfältige Symptome wie Schmerzen, Kribbeln, Taubheit oder Schwindel.
Für deinen Pflegealltag ist es entscheidend, diese Symptome zu erkennen und richtig zu handeln. Eine schnelle Reaktion sowie eine angepasste Behandlung und Pflege können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen und schwerwiegende Folgeschäden verhindern. Gleichzeitig spielt die Prävention eine zentrale Rolle für die langfristige Gesundheit der Betroffenen. Dazu gehören Maßnahmen wie Mobilisation, Beobachtung und Förderung der Durchblutung.
Häufige Fragen zu Durchblutungsstörungen
Können Durchblutungsstörungen auch psychische Symptome auslösen?
Ja, Durchblutungsstörungen können tatsächlich auch psychische Symptome auslösen. Eine verminderte Durchblutung führt dazu, dass das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Mögliche Folgen sind Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Verwirrtheit. Auch Stimmungsschwankungen, innere Unruhe oder depressive Verstimmungen sind möglich, wobei das Ausmaß und die Dauer der Durchblutungsstörung eine Rolle spielen.
Welche Rolle spielt Flüssigkeitsmangel bei Durchblutungsstörungen?
Flüssigkeitsmangel spielt eine wichtige Rolle bei Durchblutungsstörungen, da er die Fließeigenschaften des Blutes beeinflusst. Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, wird das Blut zähflüssiger („dicker“), wodurch es langsamer durch die Gefäße fließt. Dies kann die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung von Organen und Gewebe beeinträchtigen.
Werden die Durchblutungsstörungen nachts schlimmer?
Ja, Durchblutungsstörungen können nachts oder in Ruhephasen stärker empfunden werden. Das liegt unter anderem daran, dass die Durchblutung im Liegen anders reguliert wird und äußere Reize, wie beispielsweise Bewegung, wegfallen. Viele Betroffene nehmen dann Beschwerden wie Schmerzen, Kribbeln oder andere Missempfindungen intensiver wahr.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Durchblutungsstörungen?
Bei Durchblutungsstörungen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle, da sie sich direkt auf die Gefäßgesundheit auswirkt. Eine ausgewogene, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung kann dabei helfen, Gefäßverengungen (zum Beispiel durch Arteriosklerose) vorzubeugen und bestehende Beschwerden zu lindern.
Quellen
- Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. > Durchblutungsstörungen der Beine. Zuletzt aufgerufen am 29.05.2026 https://www.gefaesschirurgie.de/patienten/gefaesserkrankungen/durchblutungsstoerungen-der-beine-pavk
- S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Zuletzt aufgerufen am 29.05.2026 https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/065-003
- Amboss > Ischämischer Schlaganfall. Zuletzt aufgerufen am 29.05.2026 https://next.amboss.com/de/article/UR0bmf?q=ischämischer%20schlaganfall
- Deutsches Herzzentrum München > Durchblutungsstörungen. Zuletzt aufgerufen am 29.05.2026 https://www.deutsches-herzzentrum-muenchen.de/klinik-fuer-herz-und-kreislauferkrankungen/durchblutungsstoerungen/
- Duale Reihe Anamnese und klinische Untersuchung > Peripheres Gefäßsystem Füeßl H, Middeke M, Hrsg. 7., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.










